5 Frauen gruppieren sich um ein paar Kunstwerke, die an einer rauen Betonwand hängen © K. Thiel

Sonderausstellung der GEDOK im Bunker-D

von Frauke Schäfer

Die GEDOK-Gemeinschaft ist das größte Künstlerinnennetzwerk Europas. Seit 100 Jahren vereint es die Sparten bildende, angewandte und darstellende Kunst sowie Literatur und Musik. Die GEDOK-Regionalgruppe Schleswig-Holstein stellt in der Galerie des Kultur- und Kommunikationszentrums Bunker-D aus. Der Impuls für das Thema der Ausstellung war dessen 20-jähriges Jubiläum und bezieht sich unmittelbar auf den Ausstellungsort: Eine schwarz-weiß-Fotografie zeigt Frauen, die am Werkstor der Howaldtswerke in der Nähe des Bunkers stehen. Am Zahltag warten sie auf ihre Männer, um deren Lohntüten entgegennehmen.

Dieses Motiv war Ausgangslage für die Ausschreibung. Die Künstlerinnen konnten sich mit mehreren Arbeiten bewerben. In der Ausstellung präsentieren 37 Künstlerinnen aus Schleswig-Holstein ein Kaleidoskop ihres aktuellen Schaffens und zeigen mit viel Intelligenz, Fantasie, Können und Humor, was Frauen aktuell beschäftigt, was sie bewegt, wofür sie sich einsetzten und wovon sie träumen. „Künstlerinnen und Künstler sind Seismografen in einer Gesellschaft“, erklärt die Mitinitiatorin der Ausstellung Anja Mamero. „Durch ihre Situationen und Rollen als Frauen im kreativen Berufsfeld waren Künstlerinnen belasteter, störanfälliger aber bisweilen auch freier.“

Die Vernissage der Ausstellung findet am Donnerstag, 2. Juli 2026, um 18 Uhr statt. Die Kunsthistorikerin Almut Rix führt in die Jubiläumsausstellung ein: „In der GEDOK-Werkschau zum stolzen 100-jährigen Bestehen dieses ältesten und europaweit größten Netzwerkes für Künstlerinnen aller Kunstgattungen spiegelt sich die Geschichte weibliche Selbstermächtigung, kunsthistorisches Bewusstsein und selbstbewusste Positionierung im zeitgenössischen Kosmos der bildenden Künste“, erklärt Rix. „Die Geschichte des teils hart erkämpften Werdeganges von Künstlerinnen in der europäischen Historie ist ungemein spannend und beständig in der Fortentwicklung.“

Die Ausstellung wird vom 2. bis 19. Juli 2026 und im Rahmen der Museumsnacht am 28. August im Bunker-D gezeigt. Die Öffnungszeiten sind auf der Webseite des Kultur- und Kommunikationszentrums Bunker-D der HAW Kiel veröffentlicht (www.bunker-d.de).

 

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