Segel Bunker-D© K. Thiel

Bunker-D setzt zum Jubiläum stählerne Segel

von Lisa Trzewik

Jan Pieper und Kristiina Thiel sind Teil des Bunker-D-Teams und für die Organisation der Kunstausstellungen verantwortlich. Sie wählen die ausstellenden Künstler*innen aus und legen dabei besonderen Wert darauf, eine große Bandbreite der bildenden Künste abzudecken. Dabei führen häufig auch Zufälle dazu, dass Künstlerinnen und Künstler ihre Werke auf dem Campus zeigen – wie im Fall von Knud Plambeck.

Eine Künstlerin, die bereits zuvor im Bunker-D ausgestellt hatte, hatte Pieper und Thiel auf Knud Plambeck aufmerksam gemacht. Nach einer ersten Kontaktaufnahme kam es kurze Zeit später zu einem persönlichen Kennenlernen: „Als wir uns getroffen haben, haben wir im Grunde gar nicht mehr über das Ob gesprochen, sondern über das Wann und Wie“, erinnert sich Pieper.

So entstand eine Ausstellung, die sich ganz einem einzigen Motiv verschreibt: dem Boot. „Boote bewegen sich auf der Trennfläche von zwei Elementen: Wasser und Luft“, erzählt Plambeck. Diese besondere Position zwischen den beiden Elementen bildet den Ausgangspunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Vom 10. September bis 21. Oktober 2026 zeigte der Bunker-D die Ausstellung „Boote“ von Knud Plambeck. Die Arbeiten zeigten Boote in vielfältigen Formen und Materialien – ein Querschnitt von Plambeck’s Schaffen der vergangenen 20 Jahre.

Dabei beschränkte sich die Ausstellung nicht nur auf die Galerie im Innenraum, auch an der Fassade des Bunker-Ds war Plambecks Kunst präsent. „Wir haben bei den Ausstellenden eher selten Arbeiten, die außerhalb der Galerie installiert werden, aber bei dieser Ausstellung war schon früh klar, dass auch draußen ein größeres Objekt aus Plambecks Schaffen stehen soll“, berichtet Thiel.

Segel Bunker-D©K. Thiel
Die stählernen Segel wurden an der Süd-Ost-Seite des Bunker-D angebracht.

Vor dem Hintergrund von 20 Jahren Kunst und Kultur auf dem Campus stand die Idee im Raum das Jubiläum durch etwas Dauerhaftes am Bunker-D zu zelebrieren. Gemeinsam verfolgten der Künstler und das Bunker-D-Team die Idee einer Wandinstallation und prüften deren Machbarkeit und gestalterische Umsetzung. Dank der Zustimmung der Kolleg*innen aus der Arbeitsgruppe CampusKultur stand der Realisierung schließlich nichts mehr im Wege.

Nun hängt an der Südostseite der Fassade des Bunker-D die stählerne Skulptur „Linear 2“, die speziell für den Bunker-D gestaltet wurde. „Segel ragen aus dem Bunker heraus, und der Verlauf der Sonne zeichnet ihre Schatten an die Wand. Diese Seite des Gebäudes eignet sich deshalb besonders dafür, die Schatten über den Eingang wandern zu lassen“, beschreibt Plambeck die Idee hinter der Platzierung.

Plambeck gestaltet Arbeiten, die mit ihrer Umgebung in Resonanz und beispielsweise mit Gebäuden in einen künstlerischen Dialog treten. Eine weitere „Linear“-Stahlarbeit des Künstlers steht in exponierter Position an der Strandpromenade in Eckernförde neben dem Gebäude der Achtbar. Auf die Ausstellung im Bunker-D blickt Plambeck zufrieden zurück. „Ich habe diese Ausstellung sehr gerne gemacht und ich bin glücklich, dass die Segel dort hängen“, sagt er.

Auch das Bunker-Team freut sich: „Die Dauerleihgabe ist ein Geschenk an den Bunker-D, an den Campus, aber auch an die Öffentlichkeit“, sagt Pieper und Thiel ergänzt: „Kunst verändert den Blick auf einen Ort, regt zum Nachdenken an und bereichert den Hochschulalltag.“ Auf dem Campus der HAW Kiel gehören Kunst und Bildung seit vielen Jahren zusammen. An Fassaden, auf Plätzen und sogar auf Dächern ziehen die Werke der Sammlung CampusKunst die Blicke auf sich und geben dem Hochschulgelände ein ganz eigenes Gesicht.

Mehr Informationen über Knud Plambeck gibt es auf seiner Website wasserspiegel.com oder auf Instagram via @knudplambeck.

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