Vortrag: „Kommunikation in Psychiatrie und Psychotherapie - Das Stigma psychischer Erkrankungen, eine Frage der Sprache?“
Priv.-Doz. Dr. Moritz Wigand beleuchtet in einem interaktiven Vortrag das Zusammenspiel von Sprache und Stigmatisierung in der Psychiatrie und Psychotherapie. Themen wie wertschätzende Kommunikation, die Umbenennung von Schizophrenie in Japan und der Werther-Effekt bei Suizidberichterstattung werden behandelt. Moderation durch Prof. Dr. Jeannette Bischkopf.
Das Stigma psychischer Erkrankungen ist so belastend, dass es zum Teil als „zweite Krankheit“ bezeichnet wird. In diesem interaktiven Vortrag wird es darum gehen, das komplexe Zusammenspiel zwischen Sprache und Stigmatisierung zu beleuchten. Wie kann man wertschätzend kommunizieren und dennoch Erkrankungen beim Namen nennen? Warum hat Japan im Jahr 2002 die Schizophrenie umbenannt, und war das eine hilfreiche Anti-Stigma-Maßnahme? Wie können Medien professionell über das Thema Suizid berichten, ohne dadurch Folgesuizide, den sogenannten Werther-Effekt, zu provozieren? Was unterscheidet die bipolare affektive Störung von einem gebrochenen Bein? Und welche Rolle spielt lösungsorientierte Sprache in der Psychotherapie? Zwar lassen sich auf viele dieser Fragen keine abschließenden Antworten finden, aber es gibt Studien und evidenzbasierte Maßnahmen, die mögliche Wege zu einer wertschätzenden Kommunikation aufzeigen können.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der 34. Interdisziplinären Wochen statt und wird von Prof. Dr. Jeannette Bischkopf, FB Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik moderiert.
Gäste sind sehr herzlich willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Veranstaltung ist kostenlos.
Studierende und Mitarbeitende der HAW Kiel melden sich ab 30.03. über das IDA Portal an: https://ida.haw-kiel.de/idw/