drei Personen auf einem Podium beim Tag der Lehre 2026 an der HAW Kiel© A. Wimber

Tag der Lehre 2026

von Dr. Christiane Metzger | Dr. Mareike Kobarg

„Wieviel Wandel braucht die Lehre?“ – Diese Frage stand im Zentrum des Tags der Lehre 2026, der am 28.04.2026 in Lerndock23 stattfand. Der Fachbereich Wirtschaft und das Zentrum für Lernen und Lehrentwicklung (ZLL) hatten Lehrende und Studierende der HAW Kiel eingeladen, sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dieser Frage auseinanderzusetzen.

In seiner Begrüßung der über 80 Teilnehmenden wünschte sich der Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, Prof. Dr. Marco Hardiman, von diesem Tag, dass die Teilnehmenden die Impulse nicht nur mitnehmen, sondern auch tatsächlich etwas MACHEN.

Den Auftakt machte eine Präsentation der Ergebnisse einer umfassenden Befragung unter den Studierenden der HAW Kiel, an der sich über 450 Studierende beteiligt hatten. Studierende des Fachbereichs Wirtschaft stellten die Ergebnisse der Befragung vor, die Hinweise darauf lieferte, dass die meisten Studierenden durch Neugier und Wissensdurst motiviert sind und das Studium als Chance für die persönliche Entwicklung sehen. Viele sind neben dem Studium erwerbstätig, dennoch legen sie großen Wert auf die Lehre in Präsenz. Auch zur Qualität dieser Lehre und möglichen Verbesserungen gab es spannende Einblicke.

Blick in den Neuen Senatssaal der HAW Kiel©A. Wimber
Studierende stellten die Ergebnisse einer Umfrage vor.

Ein besonderes Highlight war die Podiumsdiskussion, in der Prof. Dr. Harm Bandholz mit Phillip Diestel (Diakonie Schleswig-Holstein), Marie-Christin Heller (TKMS) und Martin Zucker (PWC), drei Vertreter*innen der regionalen Wirtschaft, darüber diskutierte, was Unternehmen von Hochschulabsolventinnen und -absolventen erwarten und wie Hochschulen zur Entwicklung dieser Kompetenzen beitragen können. Eine wichtige Botschaft der drei war, dass die Studierenden möglichst viele Gelegenheiten haben sollten, praxisnahe Lernerfahrungen zu machen. Im Anschluss wurde auch die Perspektive der Lehrenden auf Potenziale und Herausforderungen in der Lehre beleuchtet, die die Teilnehmenden zur Einstimmung auf die Veranstaltung auf einer Wand gesammelt hatten.

In ihrer Keynote sprach Kristina Henriksson von der Laurea University of Applied Sciences in Finnland über ihre langjährige Erfahrung mit und die transformative Kraft von "Learning by Developing", einem Ansatz, der die Rolle von Studierenden als aktive Gestalterinnen und Gestalter ihres Lernprozesses betont und praktische Projekte oder Aufgaben in den Mittelpunkt stellt. In diesem Ansatz spielt die Kooperation mit lokalen Unternehmen und anderen Organisationen eine zentrale Rolle.

Am Nachmittag boten drei parallele Arbeitsgruppen den Teilnehmenden die Möglichkeit, praxisnahe Ideen für den Wandel in der Lehre zu entwickeln. Die Arbeitsgruppen befassten sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem möglichen Umgang mit dem Wandel in der Lehre – von Praxisbeispielen aus Finnland und der HAW Kiel bis zur Nutzung von KI als Tutor.

Der inspirierende Tag der Lehre zeigte, dass sich Lehre stark wandeln kann – wobei sich gleichzeitig viele Wünsche der Studierenden und Arbeitgebenden erfüllen lassen, wenn sich die Lehrenden auf ganz grundlegende Elemente fokussieren, wie zum Beispiel den klaren und direkten Praxisbezug oder das engagierte Eintreten für die Inhalte des eigenen Fachs.  

Der Tag endete mit einer Abstimmung und dem Austausch über neun Aussagen, in denen sich Lehrende vornahmen, direkt im Anschluss an diesen Tag etwas zu MACHEN.

 

 

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