Eine Frau in einem Saal© J. Kläschen
HAW-Vizepräsidentin Prof. Dr. Ruth Boerckel eröffnete den Sprachlehrtag SH 2026 mit einem persönlichen Grußwort.

Sprachlehrtag SH zu Gast an der HAW Kiel

von Joachim Kläschen

Das Zentrum für Sprachen und Interkulturelle Kompetenz (ZSIK) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW) lud am 26. Juni 2026 zum Sprachlehrtag SH auf seinen Campus. Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an Mitglieder des Netzwerks der sprachlichen Einrichtungen an den Hochschulen Schleswig-Holsteins. Aber auch Interessierte waren eingeladen, ihr Wissen zur Sprachlehre zu erweitern. Die Fachtagung fand zum ersten Mal an der HAW Kiel statt.

Im Grußwort illustrierte Prof. Dr. Ruth Boerckel, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der HAW Kiel, mit einem anschaulichen Beispiel die Kraft der Sprache: „Wenn Gäste aus anderen Ländern auf der Kieler Woche unerwartet mit einem ‚Moin‘ grüßen, dann sorgt das immer für ein Lächeln.“ Bevor Boerckel sich in fünf Sprachen vom Auditorium verabschiedete, stellte sie fest: „Sprachen sind schön und tun gut, denn sie fördern Integration und das Verständnis füreinander.“

Anschließend sprachen Dr. Rune Ellemose Gulev, Professor am Fachbereich Wirtschaft, und Elena Willson vom ZSIK, die für die Organisation der Tagung verantwortlich waren, über die Zielsetzung der Veranstaltung. „Neben einer Vermehrung des Wissens zur Sprachlehre sollte es uns vor allem darum gehen, ein exzellentes Netzwerk zu etablieren. Wir sollten voneinander lernen, Ressourcen teilen und neue Impulse setzen“, so Gulev. „Da viele Hochschulen vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wird eine stärkere Vernetzung uns allen zugutekommen und auch das Sprach- und Kulturangebot für die Studierenden verbessern“, war sich Elena Willson sicher.

Menschen in einem Saal©J. Kläschen
Die Gäste des Sprachlehrtags SH 2026 nutzen die Gelegenheit zu Austausch und Vernetzung.

Für das Netzwerk sprach Nina Dethlefs, Leiterin des Sprachenzentrums der TH Lübeck. Sie gab einen kurzen Abriss der mittlerweile zehn Jahre andauernden Geschichte des Sprachlehrtags Schleswig-Holstein, der mit einer Veranstaltung im Jahr 2016 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel begann. In seiner jüngeren Geschichte sei das Netzwerk intensiv mit seiner Professionalisierung beschäftigt. Neben der offiziellen Gründung am 13. Juni 2025 sei die Wahl eines neuen Namens ein entscheidender Schritt. Dethlefs lud die Gäste ein, sich an einer entsprechenden Abstimmung zu beteiligen, die drei Namen zur Wahl stellte.

Im Anschluss ging es in den ersten Session-Block, dessen Veranstaltungen im Lerndock 23 und dem Audimax der HAW Kiel stattfanden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich aktiv in Workshops einbringen oder Vorträgen lauschen, die zum Thema der Tagung ‚Vereint in der Sprachlehre: Best Practices – gemeinsame Herausforderungen – kollektive Lösungen’ passten. Das Themenspektrum reichte von angeleitetem Tandemlernen Chinesisch über Exkursionen ins Ausland bis hin zu kritischen Fragen, warum man beim Sprachenlernen scheitert.

Zwei Menschen an einem Pult©J. Kläschen
Elena Willson und Prof. Dr. Rune Gulev aus dem Organisationsteam zogen ein positives Fazit des Netzwerktreffens.

Nach der Mittagspause fand ein zweiter Session-Block statt. Dessen Inhalte spannten den Bogen von einem Erfahrungsaustausch über Einstufungstests und eine Vorstellung des Sprachcafés der HAW Kiel bis hin zur Frage, wie Künstliche Intelligenz das Sprachenlernen beeinflusst. Die den Arbeitsteil beschließenden ‚Language Meet-Ups‘ widmeten sich unter anderem Deutsch als Zweit- und Fremdsprache sowie Englisch, Französisch, Spanisch und weiteren Sprachen.

Zum Abschluss des Sprachlehrtags zogen Rune Gulev und Elena Willson ein positives Fazit. „Die große Resonanz, die vielfältigen Angebote der Akteure und die positiven Rückmeldungen zeigen, dass der Sprachlehrtag ein zukunftsfähiges Konzept ist“, freute sich Willson. „Dass unser Netzwerk sich weiter professionalisiert, ist ein Spiegel unseres wachsenden Selbstbewusstseins“, ergänzte Gulev. „Das ist angemessen, denn Sprachen sind heute wichtiger denn je. Sie sind ein wertvolles Werkzeug, um Ethnozentrismus und stereotypes Denken entgegenzuwirken und Menschen zusammenzubringen.“

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