Schloss Schönbrunn© I. Schultz
Schloss Schönbrunn zählt zu den kulturellen Highlights Wiens.

Praktikum im Ausland mit Erasmus+

von Lisa Trzewik

Das EU-Programm Erasmus+ ermöglicht Studierenden nicht nur Studienaufenthalte an europäischen Partnerhochschulen, sondern bietet auch die Chance, Berufserfahrungen im Rahmen von Erasmus-Praktika zu sammeln.

Inger Schultz studiert Soziale Arbeit und Gesundheit an der HAW Kiel (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel) und hat sich für ein Erasmus-gefördertes Pflichtpraktikum in Wien entschieden. Das zweimonatige Praktikum absolviert sie beim Verein autonomer Frauenhäuser (AÖF), einer Netzwerkorganisation von 16 autonomen österreichischen Frauenhäusern.

Neben administrativen Aufgaben und der Erstellung von Statistiken bekommt sie dort die Gelegenheit, in unterschiedliche Projekte hineinzuschnuppern – etwa bei der österreichischen Frauenhelpline, dem Stadtteilprojekt STOP (Stadtteile ohne Partnergewalt) oder im Empowermentzentrum für Frauen und Mädchen. „Im Rahmen meines Praktikums konnte ich viel über das österreichische Sozialsystem und die rechtlichen Grundlagen lernen. Außerdem habe ich Einblicke gewonnen, wie in der Praxis beispielsweise mit den Folgen sozialer Kürzungspolitik umgegangen wird“, so Schultz.

Die Studentin hat sich ganz bewusst für ein Erasmus-gefördertes Praktikum entschieden. Dadurch muss sie neben dem Vollzeitpraktikum nicht noch arbeiten und kann sich vollkommen auf die praktische Erfahrung konzentrieren.  „Die Erasmus-Förderung hat mir viel finanzielle Last von den Schultern genommen – ohne sie hätte ich das Praktikum in dieser Form nicht machen können“, betont die Studentin. Die Bewerbung für das Erasmus-Praktikum lief unkompliziert ab: Zunächst bewarb sie sich bei der Praktikumsstelle in Wien, anschließend über das Erasmus-Portal „Mobility Online“ für die Erasmus-Förderung. Bei Fragen stand ihr das International Office der HAW Kiel unterstützend zur Seite.

Schultz hat zuvor ein Erasmussemester auf Palma de Mallorca gemacht, für sie ging es direkt von Spanien nach Wien. „Durch das Arbeiten im Ausland habe ich nochmal ganz andere Einblicke gewonnen als beim Studieren. Das war eine sehr bereichernde Erfahrung. Außerdem habe ich bisher viele andere Studierende kennengelernt, die ihr Praktikum ebenfalls über Erasmus in Wien machen“, erzählt die Studentin.  Die Stadt selbst hat Schultz auch schnell überzeugt. Besonders die architektonische Vielfalt und das große Kulturangebot haben bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ihr Fazit: „Ein Erasmus-Praktikum würde ich auf jeden Fall immer wieder empfehlen – und auch selbst immer wieder machen. Wer Lust hat, eine neue Stadt kennenzulernen und sich vorstellen kann, irgendwann im Ausland zu arbeiten, sollte die Chance unbedingt nutzen.“

© Fachhochschule Kiel