Drei Menschen an einem Gerät.© M. Hanke
Das Modell eines Rolle-zu-Rolle-Prüfstands wurde an der HAW Kiel entwickelt.

Neuer Master vermittelt praxisnah Zukunftstechnologien

von Joachim Kläschen

Wenn er das neue Angebot der HAW Kiel knapp zusammenfassen soll, antwortet Christoph Weber: „Der international ausgerichtete Master richtet sich insbesondere an Studierende, die ihre technischen Kompetenzen vertiefen und sich im Bereich Zukunftstechnologien engagieren möchten.“ Konkret werden über drei Semester am Beispiel des vollständigen Produktionszyklus’ von Batterien alle wesentlichen Aspekte von Konzeption über Herstellung bis zur Nachnutzung vermittelt. „Unsere Absolventinnen und Absolventen bekommen ein umfassendes Verständnis für die gesamte Kette. Das befähigt sie dazu, bereichsübergreifend zu denken, zu vermitteln und zu handeln“, so Weber weiter.

Prof. Dr. Christoph Weber ist seit 2008 an der Hochschule. Der Studiengangsleiter des neuen Angebots Battery Technologies sieht Energiespeicher als eine tragende Säule der Energiewende: „Intelligente Batterien werden auf allen Ebenen benötigt – von der Produktion über den Betrieb bis zum Lebensende. Wir berücksichtigen bei Battery Technologies dehalb auch das Recycling. Am Beispiel von Batterien zeigen wir den Studierenden, wie bedarfsorientierte, leistungsfähige, effektive und durch das Zusammenwirken von Hard- und Software intelligente Komponenten gefertigt werden und wir befähigen sie, die relevanten Prozesse zu steuern.“

Neben dem englischsprachigen Unterricht ist eine weitere Besonderheit, dass der Studiengang an drei Standorten stattfindet. „An der HAW haben wir beispielsweise ein Labor aufgebaut, um Automatisierungstechnik praxisnah zu vermitteln“, erklärt Weber und führt aus: „So kommen am Modell eines Rolle-zu-Rolle-Prüfstands für kontinuierliche Fertigungsprozesse die gleichen Komponenten und die gleiche Software zum Einsatz, die auch in industriellen Produktionsanlagen verwendet werden.“ Nur wenige Busstationen von der HAW Kiel entfernt liegt die Technische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. „Die TF vermittelt die spezifischen Grundlagen in der Materialwissenschaft und Elektrochemie“, führt der Professor das Angebot an der Universität aus.

Die dritte Station ist das etwa 60 Kilometer entfernte Itzehoe, Standort des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie (ISIT) und zahlreicher Technologieunternehmen. „Die Studierenden haben hier die Möglichkeit, reale Produktionsprozesse zu erleben, in den Dialog mit Expertinnen und Experten zu treten sowie aktuelle und relevante Themen für ihre Thesis zu finden“, erklärt Weber das Konzept und ergänzt: „Viele der Unternehmen sind auf der Suche nach Fachkräften. Die Zeit in Itzehoe ist eine ideale Gelegenheit für ein gegenseitiges Kennenlernen. Und damit die Studierenden sich auf die Inhalte fokussieren können, haben wir bei der Konzeption des Studiengangs auch ein Bus-Shuttle berücksichtigt.“

Das Master-Angebot richtet sich insbesondere an Interessierte mit einem technischen Hintergrund aus Bereichen wie Elektrotechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen, die ihr Wissen vertiefen und die Energiewende mitgestalten möchten. Einer von ihnen ist Paul Stampa, der kurz vor seinem Bachelor-Abschluss steht. Ihn reizt unter anderem die interdisziplinäre Ausrichtung von Battery Technologies: „Auf allen Ebenen der Produktionsprozesse mit Beteiligten unterschiedlicher Fachrichtungen nicht nur kommunizieren, sondern auch handeln zu können, ist eine Schlüsselkompetenz, um in komplexen Systemen Lösungen für Hardware und Software entwickeln zu können.“

Weitere Informationen zum Master-Studiengang Battery Technologies, zu den Anforderungen an Interessierte und zur Möglichkeit der Bewerbung finden sich auf der Webseite des Studiengangs.

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