Eine Frau© L. Trezewik
Erstakademikerin Joanne Perkins promoivert an der HAW Kiel.

Im Maschinenwesen zur Promotion

von Lisa Trzewik

Seit Beginn ihrer beruflichen Karriere blickt Joanne Perkins nach vorn und fragt sich „Was kommt als Nächstes?“. Nach einer Ausbildung zur Chemielaborantin entschied sie sich für ein Studium der Chemieingenieur-Wissenschaften an der Hochschule Esslingen. Im Rahmen des dual angelegten Studiums arbeitete sie in den Semesterferien Vollzeit im Labor. Nach dem Bachelor-Abschluss entschied sich Perkins dann für einen Master im Bereich Oberflächen- und Materialwissenschaften, ein Kooperationsstudiengang der Hochschulen Esslingen und Aalen. 

Ihre Masterarbeit schrieb Perkins auf Empfehlung ihres Betreuers an der Technical University of Denmark (DTU) in Kopenhagen. Bei der Vorbereitung ihres Erasmus-Antrages wurde ihr dann das erste Mal richtig bewusst, dass sie „Erstakademiker*in“ ist. „Ich stieß bei meinen Recherchen auf eine spezielle Förderung für Studierende ohne akademischen Familienhintergrund.“

Heute ist ihr klar, dass Erstakademiker*innen in ihrem Fachgebiet, gerade im Master und in der Promotion, eher unterrepräsentiert sind. Der Auslandsaufenthalt in Kopenhagen war für Perkins sehr prägend – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Dort arbeitete sie zum ersten Mal eng mit Doktorand*innen zusammen und erhielt so einen unmittelbaren Einblick in den Forschungsalltag. Das war auch der Moment, in dem sie die Entscheidung traf, selbst zu promovieren. 

Für ihre Promotion suchte Perkins gezielt nach einem Thema mit starkem Praxisbezug und wurde an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel fündig. Sie begegnete Prof. Jana Schloesser, Professorin für Werkstofftechnik am Fachbereich Maschinenwesen, die ein passendes Thema für ihre Promotion parat hatte. Seit Mai 2025 arbeitet Perkins als Promovendin in einem Verbundprojekt zur nachhaltigen Wasserstoffherstellung aus Meerwasser.

„Weil mich das Thema direkt ansprach, fiel mir die Entscheidung für die HAW Kiel leicht. Besonders das interdisziplinäre Arbeiten und der starke Anwendungsbezug haben mich überzeugt“, erinnert sich Perkins. „Nachdem ich die Entscheidung getroffen habe, an der HAW zu promovieren, ging es eigentlich auch schon direkt los“, erzählt sie. An ihrem Projekt sind neben der HAW Kiel auch das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung sowie das Unternehmen Element 22 beteiligt – beide mit Sitz am Kieler Seefischmarkt.

„Weil alle Projektpartner nah beieinander arbeiten, ist ein enger Austausch im Projektalltag möglich“, so die Promovendin. Ausgelegt ist das Projekt für einen Zeitraum von drei Jahren. Wohin ihr Weg sie nach der Promotion führen wird, weiß Perkins noch nicht genau – gut vorstellen kann sie sich jedoch eine Rückkehr in die Industrie.

Durch Perkins Weg von der Ausbildung bis zur Promotion zieht sich ein roter Faden: die Fähigkeit, neue Chancen zu erkennen, und die Bereitschaft, sie zu ergreifen – und den nächsten Schritt zu wagen. Klar ist der jungen Frau jedoch jetzt, wie nach jedem bisherigen Schritt: „Das war noch nicht das Ende der Fahnenstange."

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