menschen mit Fahrzeug vor Wasser© E. Semklo
Das Baltic Thunder-Team war beim Gegenwind-Rennen in den Niederlanden mit ihrem BT100 erfolgreich.

Gegen den Wind: Baltic Thunder der HAW Kiel holt zweiten Platz beim „Racing Aeolus“

von Eske Marie Hansen

Großer Erfolg für das studentische Team „Baltic Thunder“ der HAW Kiel: Beim Internationalen Gegenwind-Rennen „Racing Aeolus“ im niederländischen Den Helder knackt das Team zum ersten Mal die 100 Prozent-Marke und ist schneller als der Gegenwind. Gleichzeitig sicherte sich „Baltic Thunder“ zum dritten Mal in Folge den Innovation Award und erreichte den zweiten Platz im Gesamtklassement.

Hinter dem Erfolg steckt ein Jahr intensiver Entwicklungsarbeit. Unter der Leitung von Teamkapitän Erik Semklo konstruierten und bauten die Studierenden im interdisziplinären Team ihren neuen Boliden vollständig in Eigenregie. Das erklärte Ziel: ein Fahrzeug, das allein durch Gegenwind angetrieben schneller fährt als der Wind selbst. Gemessen wird dies mit der sogenannten WACH-Zahl, dem Verhältnis von Fahrzeug- zu Windgeschwindigkeit. In der „Endurance“ müssen die Fahrzeuge eine 500 Meter lange Strecke auf dem Deich von Den Helder absolvieren. Der diesjährige Baltic Thunder 100 (BT100) sollte endlich die 100 Prozent knacken und somit schneller als der Gegenwind fahren. 

Bereits am ersten Renntag stellte der neue BT100 im Starterfeld von fünf teilnehmenden Teams sein Potenzial unter Beweis: Mit einer WACH-Zahl von 104,4 Prozent übertraf er die angestrebte Marke deutlich. Gleichzeitig war das Fahrzeug im „Fastest Run“ nicht zu schlagen: Die 500 Meter absolvierte es in 70,2 Sekunden, entsprechend einer Geschwindigkeit von 25,6 km/h. Damit lag der BT100 zunächst auf Kurs zum Gesamtsieg vor dem stärksten Konkurrenten aus Amsterdam. 

Am zweiten Renntag fiel die Entscheidung in den „Drag Races“ auf der 100-Meter-Strecke. Die ungünstige Positionierung im Windschatten eines schwächeren Konkurrenten verhinderte es, den Geschwindigkeitsvorteil des HAW-Fahrzeugs in diesem Lauf auszuspielen und mit einer weiteren Niederlage gegen die Niederländer rückte der Gesamtsieg für das Kieler Team in weite Ferne. Auch die erhofften stärkeren Windbedingungen für die anschließende „Endurance“ blieben aus. Dennoch kämpfte sich „Baltic Thunder“ am dritten Renntag mit weiteren Läufen über der 100-Prozent-Marke zurück und sicherte sich am Ende den zweiten Platz hinter den Titelverteidigern aus Amsterdam.

Innovation Award für Leichtbau und Aerodynamik

Auch technisch überzeugte der BT100 die Jury: Das neue Monocoque-Konzept reduziert das Gewicht deutlich und stellte zugleich hohe Anforderungen an die Aerodynamik. Da das Cockpit nicht mehr durch einen zweiten Rotor abgeschirmt wird, spielte die Minimierung des Luftwiderstands eine zentrale Rolle bei der Entwicklung. Die Kombination aus konsequentem Leichtbau und aerodynamischer Optimierung überzeugte die Jury – und bescherte „Baltic Thunder“ zum dritten Mal in Folge den Innovation Award.

„Es waren unglaublich spannende und lehrreiche Tage. Umso mehr freue ich mich für unser Team, dass wir die 100-Prozent-Marke geknackt haben. Das war ein historischer Moment und wir können als Team sehr stolz auf uns sein“, resümiert Co-Kapitänin Ronja Pohlan.

 

Über das Racing Aeolus:
Das „Racing Aeolus“ ist das größte internationale Gegenwindrennen der Welt. Jährlich treffen sich Hochschulteams am Deich von Den Helder, um ihre selbst entwickelten und gebauten Gegenwindfahrzeuge auf einer 500-Meter-Strecke zu testen. Die Wettbewerbskategorien umfassen „Endurance“, „Fastest Run“, „Drag Race“ und den Innovation Award. Die WACH-Zahl ist das entscheidende Maß für die Effizienz der Fahrzeuge. Weitere Informationen: www.racingaeolus.org.

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