Am Donnerstag, 5. November, fand das Fachsymposium „Forschung für die Energiewende“ statt. Unter dem Motto „Vom Labor in die Praxis“ beleuchteten Wissenschaftler sowie Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden verschiedene Aspekte der Energiewende. Die Organisation hatten Prof. Dr. Christian Keindorf und Prof. Dr. Torben Terwey vom Fachbereich Maschinenwesen der HAW Kiel übernommen. Durchgeführt wurde die Veranstaltung von der zur F&E GmbH gehörenden F&E Akademie.
Der Vormittag stand im Zeichen der Windenergie. Zunächst stellten Prof. Dr.-Ing. Sten Böhme und Peter Schönhardt vom Fachbereich Maschinenwesen der HAW Kiel ihre Forschung zu nachhaltigen Rotorblättern aus Naturfasern vor. Prof. Dr. Steffen Risius und Benita Bloch griffen das Thema Rotorblätter auf und sprachen im Anschluss über die Möglichkeiten von minimalinvasiven Messungen an Rotorblättern von Windkraftanlagen.
Im zweiten Block gaben Vertreter von Unternehmen einen Einblick in die Praxis. Dr. Fabian Schwack von Vestas Wind Systems sprach über Wälzlager in Windkraftanlagen. Christian Schönke von der COMPOSE Technologies GmbH gab Einblick in Möglichkeiten zur Simulation von Triebsträngen in Windenergieanlagen. Der Beitrag von Harald Willrich von der Fuchs Lubricants Germany widmete sich der Frage, ob und wie Hochleistungsschmierstoffe und Nachhaltigkeit miteinander in Einklang zu bringen sind.

Viele dieser Themen griff Dr. Torben Terwey, 2026 an die HAW Kiel berufener Professor für Erneuerbare Offshore Energien, Schwerpunkt Windenergie-Technik, auf. In seiner Forschung widmet sich Terwey, der auch die fachliche Leitung des Symposiums übernommen hatte, unter anderem der Systembetrachtung von Triebsträngen in Windenergieanlagen. Entsprechend lautete das Thema seiner Antrittsvorlesung „Von Wälzlagern und Windenergie – Systemverständnis für zuverlässige Triebstränge“.
Der zweite große Abschnitt widmete sich Meeresenergie und Wasserstoff. Wissenschaftler von HAW und Christian-Albrechts-Universität zu Kiel stellten unter anderem das schwimmende Wellenkraftwerk ,Aurelia WINO’ vor. Anhand der Projekte CaptnEnergy und Ocean Hydrogen rückten Wasserstoffelektrolyse und Rohrzellenelektrolyse mit direkter Nutzung von Meerwasser in den Fokus von vier Vorträgen.
Anschließend diskutierten Peter Moller (Maritimes Cluster Norddeutschland), Dr. Andreas Borchardt (HAW Kiel), Tim Kraemer (F&E GmbH) und Prof. Frank Osterwald (EKSH). Die HAW-Professoren Christian Keindorf und Torben Terwey übernahmen die Moderation und griffen immer wieder Fragen aus dem interessierten Publikum auf.

Um die gesamte Bandbreite nachhaltiger Energieerzeugung abzubilden, schloss die Veranstaltung mit Vorträgen über elektrische Speichersysteme. Jochen Möller von der M.O.E. GmbH sprach über Chancen und Herausforderungen bei der Netzintegration von BESS-Großspeichern. Prof. Dr.-Ing. Christoph Weber zeigte Möglichkeiten der Nachnutzung von Akkus aus E-Fahrzeugen auf. Mit seinem Beitrag für hochflexible Gaskraftwerke als Begleiter der Energiewende beschloss Patrik Hahn vom VDI die Vortragsreihe. Dabei kündigte er auch die Gründung des VDI-Arbeitskreises ‚Erneuerbare Energien und Maritime Systeme‘ im Schleswig-Holsteinischen Bezirksverband an, dessen Leitung Prof. Dr. Torben Terwey übernehmen soll.
Prof. Dr. Torben Terwey zog nach dem Ende des Symposiums eine positive Bilanz: „Besonders gefreut hat mich, dass wir Menschen aus Wissenschaft, Unternehmen, Verbänden und Politik zusammenbringen konnten – und dass unsere Studierenden mittendrin waren. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig in Schleswig-Holstein zur Energiewende geforscht wird. Meine eigenen Themen rund um die Triebstränge von Windenergieanlagen waren ein Teil davon. Gerade der Austausch mit den anderen Fachgebieten hat für mich den Tag ausgemacht. Das möchten wir im nächsten Jahr wiederholen.“
Mit ihren Räumlichkeiten am Seefischmarkt bot die F&E Akademie einen geeigneten Ort am Kieler Ostufer, um Wissenschaft und Wirtschaft ins Gespräch miteinander zu bringen. Das Fachsymposium soll den Auftakt bilden für weitere interdisziplinäre Veranstaltungen, die den Wissenstransfer und die Vernetzung von Forschung, Entwicklung und Unternehmenspraxis in den Fokus rücken sollen. Unterstützer und Sponsoren der Veranstaltung waren der Verein Maritimes Cluster Norddeutschland, der Schleswig-Holsteinische Bezirksverband des VDI und die IHK zu Kiel.
An den Themen des Symposiums Interessierte sollten sich den 3. Dezember 2026 vormerken. Dann findet in der Zeit ab 18 Uhr der 23. Offshore.Club-Abend der HAW Kiel statt. Unter dem Motto ‚Wie Windparks entstehen und in Bewegung bleiben‘ sprechen auf der Veranstaltung unter anderem Referenten von Ørsted, mh² offshore und Greengany. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte auf der Website des Offshore.Club-Abends.


