eine Frau steht an einer Metaplanwand und schreibt auf Papier Stichworte zu Demokratie und Hochschule© R. Boerckel
Die Rolle der Hochschule und ihrer Angehörigen stand im Mittelpunkt des Workshops „Miteinander statt nebeneinander“ in den IDW.

Der Beitrag von Hochschulen in einer demokratischen Gesellschaft

von Dr. Christiane Metzger und Prof. Dr. Ruth Boerckel

Was genau hat Demokratie eigentlich mit Hochschule zu tun? Inwiefern bereitet die Zeit an der Hochschule auf die verschiedenen Rollen vor, die wir im Leben einnehmen, z.B. im Berufsleben, als Eltern, als ehrenamtlich oder politisch engagierte Person? Was bedeutet es, Mitglied einer Hochschule zu sein oder gewesen zu sein? Welche Verantwortung ergibt sich aus dem Privileg „Hochschulbildung“ in einer Demokratie? Welche Rolle spielt Kommunikation und wie kann man sich in kritischen Gesprächen oder Situationen verhalten? 

Diese und ähnliche Fragen wurden im Workshop „Miteinander statt nebeneinander: Zur Rolle der Hochschulen in einer demokratischen Gesellschaft“ diskutiert, den Prof. Dr. Ruth Boerckel (Vizepräsidentin Studium und Lehre) und Dr. Christiane Metzger (Leiterin des Zentrums für Lernen und Lehrentwicklung der HAW Kiel) zum zweiten Mal für Studierende aller Studiengänge angeboten haben. 

Demokratiekompetenzen und die HAW Kiel als demokratischer Ort 

Im Rahmen der 35. Interdisziplinären Wochen (IDW) der HAW Kiel beschäftigten sich Studierende aus sechs Fachbereichen in unterschiedlichen Formaten mit diversen Aspekten des Workshop-Themas. Neben der Frage, inwieweit auch Hochschulen Orte der Persönlichkeits- und der politischen Bildung sind, wurde beispielsweise herausgearbeitet, welche Kompetenzen zu einem verantwortungsvollen Handeln in einem demokratischen Rechtsstaat befähigen. Insbesondere wurde erörtert, inwiefern die Studierenden die HAW Kiel als demokratische Institution erleben. Explizit genannt wurden die Beteiligung an Gremienwahlen, die Mitarbeit in Gremien, Beiträge zur Lehrentwicklung, etwa durch Evaluation, das Mitwirken bei Berufungsverfahren sowie Netzwerkveranstaltungen wie das „Osterrönfelder Stallgespräch“, das Mitglieder des Fachbereichs Agrarwirtschaft, aber auch Vertreter*innen aus der Berufspraxis zum Austausch von Fachbeiträgen, Meinungen und zur Diskussion einlädt.  Auch die IDW selbst wurden als demokratieunterstützender Raum eingeordnet, in dem man auf Personen aus anderen Fachbereichen trifft, mit ihnen ins Gespräch kommt und neue Perspektiven kennenlernt. 

Verhalten in kritischen Situationen 

Neu im Workshop war auf Anregung der Studierenden des ersten Durchlaufs das Thema: Wie kann ich mich in Situationen verhalten, in denen ich Zivilcourage zeigen möchte, mir dies aber schwerfällt? In Gruppen reflektierten die Studierenden Situationen, die sie erlebt hatten, und wie sie mit einer Herausforderung, etwa abwertendem Verhalten gegenüber anderen Menschen und ihrer eigenen Positionierung, umgegangen waren. Im Plenum erarbeitete die Gruppe Strategien für alternative Handlungsoptionen. 

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