Eine Frau© V. Paster
Für ihre Bachelorarbeit erhält HAW-Studentin Laura Blume einen Wissenschaftspreis.

Ausgezeichnete Forschung zu Bluewashing

von Johna Marie Reimers

Laura Blume hat für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation einen Wissenschaftspreis gewonnen. Ausgezeichnet wurde die 25-Jährige von der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) und der Kommunikationsberatung Klenk & Hoursch für ihre Arbeit zum Thema Bluewashing in der Textilbranche. Die feierliche Verleihung fand am 27. Mai in Berlin statt.

Die Nachricht über ihren Preis erhielt Blume ganz unerwartet. Sie war auf dem Weg zur Mensa, als eine Mail in ihrem Postfach erschien. „Ich war mir sicher, das sei die Mitteilung, dass ich leider nicht gewonnen habe“, erinnert sie sich. Doch es kam anders: Die Mail begann mit „Herzlichen Glückwunsch“. Bis sie es glauben konnte, las sie die Nachricht mehrmals. Dann kam die Freude, und sie teilte die Neuigkeit – erst mit Freunden und Familie, später auch mit ihrer Betreuerin Prof. Dr. Petra Dickel: „Die hat sich sehr mit mir gefreut.“

In ihrer Bachelorarbeit untersuchte Blume sogenanntes Bluewashing: „Gemeint ist damit, dass Unternehmen ihr soziales Engagement besser darstellen, als es tatsächlich ist“, erklärt sie. Für ihre Untersuchung entwickelte sie ein Experiment: Ein fiktives Modeunternehmen wirbt damit, einen Teil seines Umsatzes für bessere Arbeitsbedingungen in der Produktion zu spenden. „In einem zweiten Schritt wird in einem Artikel aufgedeckt, dass das Unternehmen deutlich weniger spendet, als es selbst angibt“, sagt Blume. Das Ergebnis ihrer Untersuchung ist eindeutig: Wird die Diskrepanz sichtbar, sinken Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Kaufbereitschaft der Verbraucher*innen deutlich.

Die Idee für ihre Arbeit kam Blume im Verlauf des Studiums. In einer Online-Veranstaltung hörte sie erstmals etwas von Forschung zu Greenwashing, dem Versuch von Unternehmen, sich nachhaltiger darzustellen, als sie tatsächlich sind. „Das Thema hat mich interessiert, und ich dachte, darauf kann ich aufbauen“, erinnert sie sich. Sie begann zu recherchieren und stieß auf Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie, etwa über den Einsturz einer Fabrik in Bangladesch. „Da habe ich gemerkt, wie relevant das Thema Bluewashing eigentlich ist“, sagt Blume und ergänzt: „Außerdem gibt es bisher wenig Forschung dazu.“

Neben dem guten Austausch mit ihrer Betreuerin orientierte sich Blume auch an Bachelorarbeiten anderer Absolvent*innen. In der Bibliothek der HAW Kiel liegen besonders gut bewertete Abschlussarbeiten aus. „Dadurch habe ich ein Gefühl dafür bekommen, wie eine gute Arbeit aussieht“, sagt sie. Inzwischen studiert sie im Master Angewandte Kommunikationswissenschaften an der HAW Kiel.

 

Wissenschaftspreis der DPRG

Der Wissenschaftspreis der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) und der Kommunikationsberatung Klenk & Hoursch zeichnet herausragende Abschlussarbeiten im Bereich PR und Kommunikationsmanagement aus. Vergeben wird er in den Kategorien Bachelor, Master und Dissertation. Das Preisgeld beträgt jeweils 500 Euro. Bewertet werden die Arbeiten unter anderem nach Wissenschaftlichkeit, Innovationsgrad und Relevanz. Zur Jury gehören Professor*innen verschiedener Hochschulen und Universitäten. Die Bewerbung ist unkompliziert: Eingereicht werden das Abschlusszeugnis, der Lebenslauf sowie eine kurze Zusammenfassung der Arbeit.

 

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