Ein Vater mit seinen Söhnen schauen sich ein Roboter an.© J. Reimers
Im Jugendcampus konnte ein tanzender Roboter bestaunt werden.

Wissenschaft hautnah erleben

von Johna Marie Reimers

Experimentieren, staunen und selbst mitmachen: Beim Science Day öffnete die HAW Kiel zum zehnten Mal ihre Türen und gab Besucher*innen jeden Alters spannende Einblicke in ihre Forschung. Ob Blitzlabor, Windkanal oder Mediendom – an zahlreichen Mitmachstationen wurde Wissenschaft erlebbar.


Blitze begeistern

Eine Schülerin der Lornsenschule im Blitzlabor. Sie fotografiert einen Blitz.©J. Reimers
Die Blitze im Hochspannungslabor können eine Länge von bis zu einem Meter erreichen.

Nicht nur für Fotos sind die Blitze im Hochspannungslabor von Prof. Dr. Schmidt-Rethmeier echte Hingucker. Als erste Besuchergruppe des Science Day durften Zwölftklässler*innen der Lornsenschule einen Blick hinter die Kulissen werfen. Der Professor für Hochspannungstechnik machte den Unterschied zwischen Spannung und Strom anschaulich: Hohe Spannung erzeugte meterlange Blitze zwischen zwei Metallkugeln, hohe Ströme zeigten ihre Kraft, indem sie ein Metallstück regelrecht zerfetzten.


E-Scooter reifen im Test 

Zwei Männer schauen sich eine Komponente eines E-Scooters an.©J. Reimers
Als Hobby-Segler interessieren sich Grigory Kuznetsov und Andrei Iatsuk (v. l. n. r.) besonders für das Schiffsfestigkeitslabor.

Wie Forschung den Alltag verbessern kann, zeigte Lehrbeauftragte Deborah Kaschube im Schiffsfestigkeitslabor am Beispiel eines E-Scooters. Nachdem sie Prüfstände und Messgeräte vorgestellt hatte, erzählte sie von der Optimierung eines E-Scooter-Bauteils. „Wir haben untersucht, wie sich das Bauteil verbessern lässt – jetzt ist es deutlich langlebiger“, erklärte sie. Im Labor werden jedoch vor allem Komponenten für den Schiffbau untersucht. „Mit verschiedenen Prüfmaschinen testen wir, ob sie den späteren Belastungen wirklich standhalten“, sagte Kaschube. Davon zeigten sich die Hobbysegler Grigory Kuznetsov und Andrei Iatsuk beeindruckt. „Wir wollten die Chance nutzen und sehen, wie Schiffbau eigentlich funktioniert“, erzählte Kuznetsov. Iatsuk ergänzte: „Mich interressiert vor allem die Ausstattung der HAW Kiel.“


Wie Wind zu Strom wird

Ein Student schaut sich eine Windkraftanalge an.©J. Reimers
Christian Albold studiert seit diesem Semester an der HAW Kiel.

Ein Stockwerk höher konnten Besucher*innen selbst ausprobieren, wie eine Windkraftanlage gesteuert wird. Wie sich Windgeschwindigkeit, Leistung und Stromnetz gegenseitig beeinflussen, erklärte Prof. Dr. Andreas Luczak anhand einer Simulationsanlage. Das wollte sich auch Christian Albold nicht entgehen lassen. Der Studienanfänger aus Bonn nutzte den Science Day, um die HAW Kiel besser kennenzulernen. „Ich habe gerade angefangen zu studieren und wollte sehen, was es hier alles gibt“, erzählte er.


Forschung für alle

Ein Vater mit seinen Söhnen schauen sich ein Roboter an.©J. Reimers
Im Jugendcampus konnte ein tanzender Roboter bestaunt werden.

Zwischen Schulklassen, Studierenden und Technikbegeisterten waren auch Corinna und Jörn Thiesemann unterwegs. Beide arbeiteten viele Jahre selbst als Chemiker*innen in der Forschung. Trotzdem kommen sie seit Jahren zum Science Day. „Selbst wir können hier immer noch etwas lernen“, sagte Jörn Thiesemann. „Vor allem gefällt uns, dass Forschung verständlich erklärt wird und niemand Angst haben muss, Fragen zu stellen“, fügte Corinna Thiesemann hinzu. Auch Vater Tim Waldhausen nutzte den Tag für einen Besuch an der HAW Kiel. Gemeinsam mit seinen Söhnen Mika und Tjelle probierte er Experimente aus und besuchte die Labore. „Die Kinder entdecken hier Dinge, die sie sonst nie zu sehen bekommen würden“, sagte Vater Tim Waldhausen. 


Buntes Programm

Ob Lesungen, Experimente, Workshops, Shows oder Vorträge – beim Science Day bot die HAW Kiel 14 Programmpunkte zum Entdecken und Mitmachen. Vom Computermuseum über den Mediendom bis zu Experimenten rund um Hochspannung, Windkraft und Schiffbau wurde deutlich: Wissenschaft begegnet uns überall – und wird besonders spannend, wenn man sie selbst erleben kann.

© Fachhochschule Kiel