Jana Möglich, Porträt©

Promotion zwischen Beruf und Familie

von Lisa Trzewik

Zwischen Vollzeitjob, Kind und Doktorarbeit bleibt wenig Luft — nichtsdestotrotz verfolgt Jana Möglich ihren wissenschaftlichen Weg mit einem klaren Fokus. Ab 2012 studierte Möglich an der HAW Kiel (Hochschule für Angewandte Wissenschaften) Multimedia Production im Bachelor und Medienkonzeption im Master. Dass sie später mal eine Doktorarbeit schreiben würde, stand für Möglich keineswegs von Anfang an fest: „Während meiner Studienlaufbahn wusste ich noch gar nicht, dass man in als Fachhochschulabsolventin promovieren kann. Erst während meiner ersten Berufstätigkeit bin ich auf die Möglichkeit einer Promotion aufmerksam geworden. Ich habe dann immer wieder dazu recherchiert und mich schließlich parallel für ein Promotionsstipendium beworben.“

Nach dem Masterabschluss arbeitete Möglich zunächst in einer Förderbank, bei der sie fünf Jahre lang im Bereich Website- und Projektmanagement an der Schnittstelle zum technischen Dienstleister tätig war. „Dort habe ich zum ersten Mal gemerkt, wie hilfreich mein Studium für den Berufsalltag war. Dadurch, dass ich im Studium ein Verständnis sowohl für Programmierung als auch Interface Design entwickelt habe, fiel es mir beispielsweise deutlich leichter, mit dem technischen Dienst zu kommunizieren“, so Möglich.

Mit wissenschaftlichem Arbeiten war Möglich schon früh vertraut und publizierte nebenbei immer wieder Fachbeiträge und Paper. „Meine Ursprungsmotivation für die Promotion war, dass ich mich gerne tiefergehend in ein Thema reinfuchsen wollte“, beschreibt sie. Wissenschaftliches Schreiben sei für Möglich eine Art Hobby gewesen, weshalb sich eine Promotion als logischer nächster Schritt angeboten habe.

Finanzielle Unterstützung erhielt die heutige Projektleiterin durch ein Promotionsstipendium, das sie während der Arbeit an ihrer Dissertation ab 2022 förderte. Als sich die Förderung dem Ende zuneigte, begann für sie noch einmal ein neuer Lebensabschnitt: Möglich wurde 2025 Mutter. Mit dem Auslaufen des Stipendiums stand damit zugleich die Frage nach dem nächsten beruflichen Schritt im Raum. Möglich entschied sich daraufhin für die Stelle als Projektleiterin des Digital Learning Campus (DLC) Lernortverbundes SEE-digital der HAW Kiel und führte die Promotion parallel weiter. Im Rahmen des Projektes werden gemeinsam mit Verbundpartner*innen über die Plattform dlc.sh kostenfreie Lernangebote zu digitalen Zukunftstechnologien wie KI, AR/VR und Robotik organisiert.

Jana Möglich bei der Gamevention 2022©Sebastian Haas
Jana Möglich bei der Gamevention 2022.
 

Möglichs Promotion im Fachbereich Medien läuft kooperativ zwischen der HAW Kiel und der Europa-Universität Flensburg. Inhaltlich beschäftigt sie sich mit wettbewerbsorientiertem Gaming bzw. E-Sport (=elektronischer Sport) und dessen staatlicher Förderung in Deutschland. Dabei vergleicht sie unterschiedliche Fördermodelle mit dem Ziel, daraus Handlungsempfehlungen für die Politik im Sinne der Gemeinwohlförderung abzuleiten.

Dass das Vereinen von Karriere, Forschung und Familie sehr herausfordernd sein wird, war ihr von Anfang an bewusst. „Mein Kopf ist heute zwischen Kind, Job und Doktorarbeit aufgeteilt. Das bedeute viel Organisation und Priorisierung, aber gleichzeitig bringt mir das auch einen klareren Fokus: Für die Dissertation nehme ich mir bewusst fünf bis zehn Stunden pro Woche, in denen ich dann dank der Unterstützung meines Mannes konzentriert arbeite“, erzählt sie.

Nebenbei übernimmt Möglich außerdem regelmäßig Lehraufträge und kann sich langfristig auch eine Professur vorstellen. Ihre aktuelle Stelle bezeichnet sie als Traumstelle: ein gutes Team, viel gestalterische Freiheit und die Möglichkeit, sich nebenbei weiterhin wissenschaftlich tätig zu sein.

 

 

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