Die HAW Kiel feiert die Übergabe ihrer Hochschulbibliothek: Mit dem Lerndock23 verfügt die Hochschule nun über eine moderne Arbeits- und Lernumgebung und einen neuen Raum für Begegnung und Austausch. In das rund 7.900 Quadratmeter große Gebäude sind die Hochschulbibliothek sowie das Zentrum für Lehr- und Lernentwicklung eingezogen.
Das neue Lerndock23 auf dem Campus in Kiel-Dietrichsdorf wurde heute (4. März 2026) offiziell von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) an die HAW Kiel übergeben. Vertreter*innen aus Hochschule, Politik und öffentlicher Hand würdigten das Bauprojekt als bedeutenden Schritt für die Weiterentwicklung des Campus sowie der HAW als attraktiven Studienort. In einem feierlichen Akt überreichte Gabriele Pfründer, Geschäftsbereichsleiterin Landesbau der GMSH, symbolisch den Schlüssel an die Kanzlerin der HAW Kiel, Dr. Anja Franke-Schwenk.
In seinem Grußwort betonte Wissenschaftsstaatssekretär Guido Wendt: „Mit dem Lerndock23 investiert das Land in zeitgemäße Studienbedingungen. Das neue Lernzentrum schafft flexible Arbeitsmöglichkeiten für die Studierenden und stärkt so auch das selbstständige, digitale Lernen.“
Das von Studierenden und Lehrenden lange erwartete Gebäude bietet dringend benötigte Arbeitsplätze für die Studierenden, insgesamt 255: 131 Einzel- und Gruppenarbeitsplätze im ersten Obergeschoss, im zweiten und dritten noch einmal 124. Akustisch abgeschirmte Möbel ermöglichen den Studierenden konzentriertes Arbeiten. Flexible Einzelarbeitsplätze können zu Flächen für Vorträge oder Lesungen umgestaltet werden. Zusätzlich finden sich in den oberen Etagen buchbare Gruppenarbeitsräume. Sitzfensterbänke bieten zusätzliche Arbeitsplätze. Das offen gestaltete Atrium in der Mitte des Gebäudes verbindet die vier Geschosse miteinander; die breit angelegte Treppe mit Sitzflächen bietet einen weiteren Aufenthaltsort.
„Das Lerndock23 ist ein Symbol für die moderne, offene und innovative Ausrichtung der HAW Kiel. Der Campus hat mit dem Gebäude für Studierende und auch Beschäftigte an enormer Aufenthaltsqualität gewonnen. Von der ersten Minute haben die Studierenden das Gebäude geradezu gestürmt und es ist seitdem durchweg voll besucht. Auch das Konzept der erweiterten Öffnungszeiten hat sich vollends bewährt“, erzählte Franke-Schwenk.
Das belegen auch die Zahlen. Im Februar 2025 suchten rund 200 Personen pro Woche die alte Hochschulbibliothek auf. Nach dem Umzug ins Lerndock23 zählten die Bibliotheksmitarbeitenden im Februar 2026 rund 1.400 Besucher*innen pro Woche - also fast siebenmal so viele wie zuvor.
Im Oktober 2025 war der Umzug gestartet: Knapp 94.000 Medien verfrachtete ein auf Bibliotheksumzüge spezialisiertes Logistikunternehmen aus den alten, beengten Räumlichkeiten in das neue Gebäude. Im Lerndock23 stehen den Nutzer*innen nun rund 90 Prozent der Medien im Freihandbestand zur Verfügung (in der alten Bibliothek waren es 35 Prozent). Dank RFID-Technik, einem Verfahren zur automatischen Identifizierung von Objekten über Funk, können Besucher*innen ihre Medien selbstständig ausleihen und zurückgeben.
„Wir haben jetzt die räumlichen und technischen Möglichkeiten, unsere Services weiterzuentwickeln: von intensiverer individueller Beratung, die unsere Studierenden und Lehrenden im Alltag wirklich unterstützt, bis hin zu neuen Veranstaltungsformaten“, sagt Diana Haderup, Leiterin der Hochschulbibliothek. Mit ihren Mitarbeitenden möchte sie Bibliotheksralleys anbieten und Coffee Lectures veranstalten, in denen Professor*innen und Doktorand*innen von ihren Forschungen erzählen können. Beide Formate würden den Besucher*innen die Bibliothek näherbringen und die Vielfalt der Hochschule zeigen. Schließlich, so Haderup, kämen im Lerndock23 Studierende und Lehrende aus allen Bereichen zusammen.
Mit dem Einzug der Bibliothek in das neue Gebäude ist damit auch der fast 30 Jahre währende Interimszustand der Hochschulbibliothek räumlich beendet. „Als Anfang der 1990er Jahre die Entwicklung des HAW-Campus auf dem Ostufer begann, war die Bibliothek stets der Ausgangspunkt aller Planungen“, erklärte Pfründer. „Mit der heutigen Schlüsselübergabe für das Lerndock23 ist dieser ursprüngliche Gedanke nun vollendet. Der Anfangsbaustein der Campusplanung ist umgesetzt und eine nachhaltige bauliche Lösung geschaffen, die den Campus dauerhaft als Hochschulstandort sichert und in die Zukunft trägt.“
Im vollverglasten, transparenten Erdgeschoss befindet sich ein neuer Sitzungssaal, der vom Hochschulsenat für Lehrveranstaltungen und Konferenzen genutzt werden kann, sowie eine Cafeteria des Studentenwerks SH, die Boje23. „Mit der Boje23 haben wir einen weiteren Rückzugsort im oft hektischen Hochschulalltag geschaffen– einen Ort, der sowohl Raum für Ruhe und kleine Auszeiten bietet als auch Gelegenheit zum Austausch“, sagt Meike Gallert, Abteilungsleiterin der Hochschulgastronomie.
Daten und Fakten:
Bauherr: Land Schleswig-Holstein
Bauherrenvertretung: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR
Architekt: Burckhardt Deutschland GmbH, Berlin
Gesamtbaukosten: 31,195 Mio. €
Anteil der Hochschule: 25,1 Mio. €
Baubeginn: Juli 2019
Richtfest: 21. Juni 2022
Übergabe: 4. März 2026
Beginn der Nutzung: 8. Dezember 2025
Anzahl der Geschosse: vier (plus 1/2 Kellergeschoss)
Bruttorauminhalt: ca. 34.250 Kubikmeter
Bruttogrundfläche: ca. 7.900 Quadratmeter
