Euro Münzen© pixabay

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von Johna Marie Reimers

Ein Auslandssemester bringt neue Perspektiven und Erfahrungen. Erasmus+ sorgt dafür, dass dieser Schritt nicht an den Kosten scheitern muss. Denn es ist mehr als nur ein Austauschprogramm zwischen europäischen Hochschulen, sondern auch ein Stipendium, das dich während deines Aufenthalts finanziell unterstützt.

 

Generelle Förderung

Wie hoch die finanzielle Förderung durch Erasmus+ für dich ist, hängt zunächst vom Zielland ab. Für das akademische Jahr 2024/25, sowie 2025/26 gelten folgende Fördersätze:

Ländergruppe 1:
Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Island, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Großbritannien): 600 €/Monat 

Ländergruppe 2:
Estland, Griechenland, Lettland, Malta, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Zypern: 540 €/Monat 

Ländergruppe 3:
Bulgarien, Kroatien, Litauen, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Türkei, Ungarn: 540 €/Monat

Die Gesamthöhe deiner Förderung richtet sich danach, wie viele Tage du insgesamt im Ausland verbringst, An- und Abreisetag zählen dazu. Das Geld wird jedoch nicht monatlich ausgezahlt. Stattdessen bekommst du nach Unterzeichnung des Stipendienvertrags 80 Prozent der gesamten Fördersumme. Die restlichen 20 Prozent erhältst du nach Abschluss deines Aufenthalts.

Übrigens wenn du dein Auslandspraktikum über Erasmus+ fördern lässt, erhält du monatlich 150 Euro on top.

 

Nachhaltig Reisen

Jede*r Teilnehmende erhält eine Reisekosten-Pauschale, die sich nach der Entfernung zur Gasthochschule richtet. Wenn du mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, gibt es zudem einen Zuschlag. Dazu zählen zum Beispiel Bus, Bahn, Fahrgemeinschaften oder sogar das Fahrrad. Da nachhaltiges Reisen oft etwas länger dauert, kannst du außerdem zusätzliche Reisetage beantragen. Diese werden bei der Berechnung deiner gesamten Fördersumme berücksichtigt.

 

Fewer Opportunities

Vielleicht hast du sogar Anspruch auf einen zusätzlichen Zuschuss von 250 Euro pro Monat. Studierende mit „besonderen Bedürfnissen“ können dafür einen Top-Up beantragen. Dazu zählen zum Beispiel Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern, mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung sowie mit einem oder mehreren Kindern. Auch wenn du während deines Studiums erwerbstätig bist – etwa als Werkstudent*in – kannst du diesen Bonus erhalten. Vorausgesetzt du kündigst oder pausierst die Arbeit und erhältst während deiner Abwesenheit kein Geld.

 

Beispielrechnung:

Du verbringst das Sommersemester an einer Gasthochschule in Finnland. Das Semester dauert vom 05. Januar bis zum 15. Mai. Das sind in etwa 4,5 Monate - genau 131 Tage. Der monatliche Satz für Finnland sind 600 €, also 20 € am Tag. Für 131 Tage erhältst du also 2620 €.

Deine Partnerhochschule ist (Luftlinie) 1200 km von der HAW Kiel entfernt – da du mit dem Flugzeug anreist, erhältst du eine Reisekostenpauschale in Höhe von 309 €. Bei einer Anreise mit z.B. der Bahn wären es 417 € gewesen.

Für deine Flugreise hast du zwei Reisetage beantragt – für diese erhältst du 40 €.

Insgesamt landest du also bei 2969 € Erasmus+ Förderung. Davon bekommst du 80 %, also 2375 €, am Anfang deines Aufenthalts ausgezahlt.

Wenn du das Fewer Opportunities-Top Up beantragen kannst, weil du z.B. Erstakademiker*in in deiner Familie bist, bekommst du noch einmal 250 € mehr im Monat. Das entspricht einem Tagessatz von 8,33 € und würde in unserem Beispiel bedeuten, dass du noch einmal 1108 € zusätzlich bekommst (Aufenthaltstage und Reisetage). Deine Gesamtfördersumme läge also bei 4077 € und deine erste Rate bei 3262 €.

Wie hoch deine individuelle Förderung ausfällt kannst du mit dem Erasmus+ Rechner herausfinden.

 

Auslands-BAFöG

Beim Auslandssemester gibt es oft mehr BAföG als im Inland. Zwar ist die Förderung an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, diese sind aber meist leichter zu erfüllen, als viele denken. Auch wenn du in Deutschland kein BAföG bekommst, kann sich ein Antrag lohnen, da im Ausland andere Bemessungsgrenzen gelten und das Einkommen deiner Eltern eine geringere Rolle spielt. Informiere dich also auf jeden Fall. Bei Fragen helfen dir der AStA oder das zuständige Studentenwerk weiter. Welches BAföG Amt oder Studentenwerk für dein Zielland zuständig ist erfährst du auf der Seite BAFöG.de.

 

Sparen lohnt sich trotzdem

Trotzdem lohnt es sich, wenn möglich vor deinem Aufenthalt etwas Geld zur Seite zu legen. Viele nutzen die Zeit im Ausland, um das Gastland oder angrenzende Länder zu bereisen. Auch Ausgaben für Freizeitaktivitäten wie Restaurantbesuche, Partys oder Sportangebote sind im Auslandssemester häufiger. Je nach Ausstattung deiner Unterkunft können auch dort zusätzliche Kosten anfallen. Hier lohnt sich ein Blick in die Erfahrungsberichte anderer Studierender.

Erspartes ist kein Muss, hilft aber dabei, die Zeit vor Ort entspannter zu genießen. Mit etwas finanziellem Spielraum kannst du mehr erleben, dich wohler fühlen und das Beste aus deinem Auslandssemester herausholen.

 

Bei Fragen zu Erasmus+ oder zur Finanzierung kannst du dich jederzeit an das International Office wenden. Das Team hilft dir gerne weiter.

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