Ein Mann© J. Brunn
Max Anton Senkbeil gestaltet einen neuen Studiengang mit.

Lehre aktiv gestalten

von Joachim Kläschen

Im Laufe seines Elektrotechnikstudiums trat Max Anton Senkbeil eine Stelle als Werkstudent an – um praktische Erfahrungen zu sammeln und Einblicke in  Unternehmensabläufe zu nehmen. Bei der Lithium-Ionen-Batterien produzierenden Firma UniverCell in Flintbek gelang ihm beides. Mehr noch, weckte die Tätigkeit sein Interesse an Automatisierung. Zurück im Studium bescherten die neu gefundenen Interessen und Erfahrungen aus dem Werkstudentenjob Senkbeil Anknüpfungspunkte.

„Die Inhalte im Modul Automatisierungstechnik haben mich fasziniert“, erinnert sich Senkbeil. Maschinen Aufgaben eines Produktionsprozesses zu übergeben, die für Menschen ermüdend oder sogar gefährlich sind, wurde zu Senkbeils Thema. Sowohl die Roboter, die komplexe Abläufe autonom durchführen als auch die Steuerung und Regelung waren und sind für Senkbeil ein spannendes Sujet. „Mir war klar, dass ich weitermachen und mehr lernen wollte. Daher habe ich mich für den Master Elektrische Technologien entschieden“, erzählt Senkbeil.

„Ich hatte im Master nicht nur die Möglichkeit, spannende Module wie Complex Automation Systems zu belegen, sondern auch meine Leidenschaft für wissenschaftliches Arbeiten entdeckt“, berichtet Senkbeil; mittlerweile Doktorand auf dem Weg zur Promotion. Nun arbeitet er aktiv an der Ausgestaltung des neuen englischsprachigen Studiengangs Battery Technologies mit, der ab dem Wintersemester 2026 an der HAW Kiel angeboten werden soll. „Der Studiengang deckt die komplette Bandbreite der Entwicklung, von der Elektrochemie, der Produktion, dem Betrieb und bis zum Recycling von Batterien, bei dem Hard- und Software ineinandergreifen, ab“, umreißt Senkbeil die Herausforderung.

Senkbeil interessiert bei der Batterieproduktion insbesondere der Mittelteil: wie Maschinen in der Fertigung automatisch Zellen nach Spezifikationen herstellen. Dafür wird an der HAW Kiel gerade ein Labor aufgebaut, das die Abläufe in einer Batteriefabrik im Kleinen aber originalgetreu abbildet. „Wickeln – das Übertragen beschichteter Folien von einer Rolle auf eine andere – ist einer der Prozesse, die wir im Labor abbilden. Die Studierenden sollen dann die Programmierung der Maschinen übernehmen und überwachen, dass der Prozess auch reibungslos läuft – dass die Bahnen gleichmäßig sind und die Bahnspannung konstant bleibt. Dabei kommt dieselbe Software – und an den Schlüsselstellen genau dieselben Komponenten – zum Einsatz wie in einem industriellen Produktionsumfeld“, erklärt Senkbeil.

Wenn er über den neuen Studiengang spricht, gerät der 26-Jährige ins Schwärmen: „Battery Technologies ist ein interdisziplinärer Studiengang, den wir als HAW Kiel gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die die Lehrinhalte zur Elektrochemie liefert, und dem Fraunhofer ISIT in Itzehoe, das zentraler Akteur in der Batterieforschung ist, und Kompetenzen zur Zellherstellung vermittelt, umsetzen. Man bekommt Einblick in die komplette Wertschöpfungskette und ist im Anschluss super breit aufgestellt. Das ist die beste Voraussetzung, auch wenn man in andere Branchen möchte.“ So zufrieden Senkbeil mit seinem persönlichen Karriereweg ist und dankbar für die Möglichkeit, sich in seinem Feld einbringen zu können, ist er schließlich auch ein wenig wehmütig: „Mit der Elektrochemie hätte ich mich wohl schwergetan, aber ich hätte diesen neuen Master sehr gern studiert.“

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