drei Studierende und ein Professor vor der HAW Kiel© K. Schmidt-Rethmeier
Studierende des Förde-Kompass übergeben ihre Studie an den Präsidenten der HAW Kiel: (v.l.n.r.) Finja Bull, Felix Möller und David Schneider mit Prof. Dr. Björn Christensen (2.v.l.).

HAW-Kiel: Der Förde-Fels in der Brandung?

von Prof. Dr. Kay Schmidt-Rethmeier

Ob großflächiger Stromausfall (siehe Berlin im Januar 2026), oder globales IT-Problem (siehe CrowdStrike 2024): unsere hochtechnisierte Gesellschaft wird immer anfälliger gegen Störungen von außen. Ein neues Gesetzt (KRITIS-DachG) schreibt seit März 2026 vor, dass Unternehmen und Institutionen der „Kritischen Infrastruktur“ nicht unvorbereitet in solche Schadensszenarien hineinlaufen dürfen, sondern Pläne für Krisensituationen vorweisen müssen. Resilienz ist hier der Begriff der Stunde. Potenzielle Risiken müssen identifiziert und durch geeignete Gegenmaßnahmen bewältigt werden. Auch die HAW Kiel besitzt einen vielschichtigen Notfallplan, obwohl sie (noch) nicht unter das neue Gesetzt zur Resilienz fällt. Doch auch hier gilt zu hinterfragen: wie gut ist die HAW Kiel auf welche Notfälle vorbereitet? Was sind die Kernprozesse einer Hochschule, die aufrecht erhalten werden müssen?

Dazu haben angehende Studierende des HAW-Förde-Kompass im Rahmen ihres Orientierungssemesters an der HAW Kiel eine umfassende Studie abgeschlossen. Die Analyse, die unter dem Titel „HAW Kiel: Der Förde-Fels?“ veröffentlicht wird, untersucht die Fähigkeit der Hochschule, Herausforderungen wie Cyberangriffe, physische Bedrohungen und andere Krisenszenarien zu bewältigen. In der Studie identifizierten die angehenden Studierenden Schwachstellen, empfehlen z. B. die Implementierung zusätzlicher technischer Sicherheitsmaßnahmen und die Etablierung eines zusätzlichen cloudbasierten Backup-Systems als dritte Sicherungseben für wertvolle IT- und Forschungsdaten.

Prof. Dr. Björn Christensen, Präsident der HAW Kiel, betonte die Bedeutung dieser Studie: „Die Arbeit der Förde-Kompass Studierenden zeigt, dass wir gut aufgestellt sind. Kleinere Schwächen werden mit klaren Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer noch widerstandsfähigeren Infrastruktur aufgezeigt, das gefällt mir." Der betreuende Professor, Dr. Kay Schmidt-Rethmeier, fügte hinzu: „Diese Initiative der Studierenden spiegelt das Engagement und die Innovationskraft unseres Nachwuchses wider, die auch in der Praxis wichtige Herausforderungen anpacken.“

Die Studie wurde mit Unterstützung von Experten verschiedenster HAW-Fachbereiche durchgeführt und soll als Grundlage für zukünftige strategische Maßnahmen dienen, um die Resilienz der HAW Kiel nachhaltig zu stärken.

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