Als Leiterin des International Office hat Nadine Hackmann ein weites Arbeitsfeld. Gemeinsam mit ihrem Team betreut sie internationale Studierende, entwickelt Angebote im Career Service und koordiniert Programme für geflüchtete Personen. In ihrer Funktion als Erasmus+-Hochschulkoordinatorin ist sie zudem die zentrale Ansprechpartnerin für alle Erasmus+-Programme der Hochschule.
Das Erasmus+-Programm der HAW Kiel umfasst verschiedene Angebote. Eines der bekanntesten ist die Mobilität von Studierenden in Form von ein- bis zweisemestrigen Auslandsaufenthalten. Damit sich das Studium durch den Aufenthalt im Ausland nicht unnötig verlängert, sammeln die Studierenden an der jeweiligen Partnerhochschule Credit Points. Diese werden dann nach ihrer Rückkehr an der HAW Kiel anerkannt.
„Der erste Weg führt eigentlich immer erstmal zu uns ins International Office“, erklärt Hackmann. „Dann überlegen wir gemeinsam mit den Studierenden, welche Möglichkeiten infrage kommen.“ In diesem Gespräch werden auch Fragen zum gewünschten Aufenthaltsland, zur Dauer oder zu Sprachanforderungen und wie man Sprachkompetenz aufbaut geklärt, sagt die Leiterin des International Office. „Die schwerste Entscheidung ist meist die für ein Aufenthaltsland beziehungsweise eine Partnerschule, weil es einfach sehr viele Auswahlmöglichkeiten gibt“, so Hackmann.
Die Bewerbung läuft über das zentrale Portal Mobility Online, das die Studierenden durch den gesamten Prozess führt – auch während des Aufenthaltes. Nach der Bewerbung wählen die Studierenden zusammen mit dem oder der Koordinator*in des Fachbereichs die Kurse. Dann beginnt die Wohnungssuche, bei der die jeweilige Partnerhochschule meist unterstützt oder manchmal sogar direkt Plätze in Studierenden-Wohnheimen bereitstellt. Die Partnerhochschulen haben auch immer ein International Office, das die Studierenden vor Ort unterstützt.
Ein Tipp von Nadine Hackmann: Mit Studierenden vernetzen, die aus anderen Partnerhochschulen an die HAW kommen. „So erhält man Infos aus erster Hand und kennt beim eigenen Aufenthalt im Ausland bereits Personen vor Ort, falls man sich für die jeweilige Partnerschule entscheidet.“ Eine gute Möglichkeit für solche Treffen ist der International Club, der internationale Studierende und Studierende aus Deutschland miteinander vernetzt. „Im Rahmen des International Club machen wir beispielsweise auch Ausflüge oder Veranstaltungen zusammen, bei denen man sich gut kennenlernen kann“, so Hackmann.
Neben dem klassischen Auslandssemester gibt es auch das European Project Semester (EPS). Dabei besuchen Studierende keine regulären Lehrveranstaltungen, sondern arbeiten in multinationalen und interdisziplinären Teams von drei bis sechs Personen an realen Projekten über einen Zeitraum von einem Semester. Diese werden in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Forschungszentren oder Hochschulen durchgeführt. Das European Project Semester kann an 19 Partnerhochschulen in ganz Europa absolviert werden. An der HAW Kiel engagiert sich der Fachbereich Maschinenwesen im EPS.
Wer kein ganzen Semester im Ausland verbingen möchte, ist im Blended Intensive Programme (BIP) gut aufgehoben. Studierende aus mindestens drei europäischen Ländern arbeiten gemeinsam an einem vorher festgelegten Thema. Die Zusammenarbeit beginnt dabei in Onlinephasen und mündet in einer kurzen Präsenzphase an einer der Partnerhochschulen. Gegenwärtig arbeiten in einem BIP Studierende aus Kiel, Wien und Valencia zusammen.
Auch Praktika, sofern sie mindestens zwei Monate dauern, sowie Doppelabschluss-Programme, bei denen Studierende gleichzeitig sowohl einen Abschluss an der HAW Kiel als auch an der Partnerschule erhalten, sind im Rahmen der Erasmus+ Förderung möglich. Die Doppelabschlüsse führen bis nach Mexiko und China und werden an den Fachbereichen Maschinenwesen, Medien und Wirtschaft angeboten. Zudem ist die HAW Kiel Teil der Deutsch-Französischen Hochschule; hier kann der BWL-Bachelor zusammen mit der Université Savoie Mont-Blanc in Annecy erworben werden.
Absolvent*innen können Erasmus+ ebenso nutzen: Wer zur Zeit der Bewerbung noch studiert, kann innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschluss beispielsweise ein gefördertes Praktikum im Ausland absolvieren. Nicht nur Studierende, sondern auch Mitarbeitende der Hochschule wie Lehrende oder Verwaltungsangestellte können Lehraufenthalte im europäischen Ausland oder Angebote für Sprachkurse wahrnehmen und damit das Erasmus+ Programm als Raum für neue Erfahrungen, fachlichen Austausch und persönliche Entwicklung nutzen.
