Ein Mann spricht zu einer Zuhörerschaft© J. Kläschen
Steffen Plogstert von Rambøll Deutschland sprach über Innovationen im Stadtbahnbereich.

8. Bahntechnik-Konferenz an der HAW Kiel

von Joachim Kläschen

Am 12. Februar 2026 stand das Audimax der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel ganz im Zeichen der Schiene. In der Zeit von 14 bis 19 Uhr fand im Mehrzweckgebäude der HAW Kiel erstmals die Bahntechnik-Konferenz statt. Die renommierte jährliche Fachveranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Regionale Innovationen in Schleswig-Holstein“ und hat gezeigt, wie Forschende aus vier Hochschulen mit regionalen Unternehmen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten Innovationskraft im Land entfalten; wie erfolgreich dieses Zusammenspiel aus Wissenschaft und Wirtschaft bereits heute funktioniert – und welches Potenzial noch darin steckt.

In seiner Begrüßung sagte Gastgeber Prof. Dr. Björn Christensen, Präsident der HAW Kiel: „Bahntechnik ist für Schleswig-Holstein weit mehr als ein technisches Thema – sie ist ein entscheidender Faktor für Mobilität, Klimaschutz und gleichwertige Lebensverhältnisse. Hochschulen wie die HAW Kiel tragen hier Verantwortung: durch angewandte Forschung, durch den Transfer von Wissen in die Praxis und durch die Ausbildung der akademischen Fachkräfte, die diese Transformation gestalten.“

Ein Mann©J. Kläschen
Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer sah eine Renaissance der Schiene.

In ihren Grußworten unterstrichen die Rednerinnen und Redner die strategische Bedeutung der Branche für den Standort Schleswig-Holstein: Kiels Oberbürgermeister, Dr. Ulf Kämpfer, sprach von einer „Renaissance der Schiene“ und zeigte sich überzeugt, dass sich das Engagement für eine Stadtbahn nachhaltig auszahlen werde. Susanne Henckel, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, sowie Janine Kordes, Vizepräsidentin der IHK zu Kiel, hoben die industriepolitisch herausragende Bedeutung der Bahntechnik hervor und blickten angesichts des großen Innovationspotenzials im Land optimistisch in die Zukunft.

Tim Hildebrandt, Vorsitzender des Beirats Bahntechnik Schleswig-Holstein, stellte in seinem Grußwort das über Jahre gewachsene und weit verzweigte Netzwerk der Organisation vor. Mit den zahlreichen etablierten Verbindungen in Wirtschaft und Wissenschaft versteht sich der Beirat als Partner und Impulsgeber, um nachhaltige Innovationen langfristig zu sichern.

Bezugnehmend auf die Planungen einer Stadtbahn in Kiel zeigte Steffen Plogstert von der Rambøll Deutschland GmbH in seinem Impulsvortrag, welches Innovationspotenzial im innerstädtischen Schienenverkehr steckt.  Er beleuchtete Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von moderner Infrastruktur über innovative Fahrzeugkonzepte und intelligente Leit- und Sicherungstechnik bis hin zu Betrieb und Sicherheit. Entscheidend für den Erfolg innerstädtischer Schienenprojekte sei dabei „ein Systemdenken von der Planung bis zum Betrieb“. Seine Erfahrung zeige: Sobald eine Straßenbahn ihren Betrieb aufgenommen habe, wolle sie niemand mehr missen.

Männer auf einer Bühne©J. Kläschen
In einem Panel diskutierten Experten ihre Erfahrungen mit der Innovation Akkuzüge.

Im Anschluss diskutierten Experten in einem von Tim Hildebrandt moderierten Panel angeregt Erfahrungen mit Akkuzügen in Schleswig-Holstein: Burkhard Schulze - NAH.SH GmbH, Kai Wittig - DB Energie, Dr. Karsten Steinhoff - NBE Nordbahn Eisenbahngesellschaft mbh & Co. KG, Jochen Lenz – Stadler Rail AG, Enrico Blohm – erixx GmbH und Prof. Dr. Markus Hecht von der TU Berlin

Der zweiten Teil der Konferenz widmete sich in Fachvorträgen REAKT, der Streckenreaktivierung und Teststrecke Malente-Lütjenburg. Die transdisziplinäre Initiative aus Schleswig-Holstein will den Schienenverkehr individueller, attraktiver, sicherer und wirtschaftlicher gestalten.

Nach dem Vortrag von Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden über DATI-Forschungsprojekte stellte Student David Horn ein modulares Sensor-Test-Framework für autonome Schienenfahrzeuge vor. Den Abschluss des REAKT-Blocks bildete ein spannender Vortrag von Studierenden des Master-Studiengangs Medical Design an der Muthesius Kunsthochschule, die REAKT-Prototypen vorstellten.

Dr. Andreas Borchardt, Beauftragter für Technologie- und Wissenstransfer der HAW Kiel – im Team mit der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH (KiWi), die die Konferenz-Organisationsleitung innehatte, und dem Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation (ZKW) der HAW Kiel mit der Ausrichtung der Veranstaltung betraut –  zog ein durchweg positives Fazit: „Die achte Bahntechnik-Konferenz verdeutlichte die dynamische Entwicklung dieses Formats: Aus einem regionalen Austausch ist eine bundesweit wahrgenommene Fachkonferenz mit nahezu 200 Teilnehmenden und Expertinnen und Experten aus dem gesamten Bundesgebiet geworden. Dass sie nun erstmals auf dem Campus der HAW Kiel ausgerichtet wird, unterstreicht ihre gewachsene Bedeutung und Reichweite.“

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