Tim Binder steht vor einem Panorama und blickt in die Kamera.© T. Binder
Von Florenz bis Sizilien: Tim Binder bereiste während seines Auslandssemesters Italien.

Zu viel Aufwand? Von wegen

von Johna Marie Reimers

Die Frage nach einem Auslandssemester beantworten viele Studierende an der HAW Kiel mit einem klaren: „Ja!“ Sich für ein oder zwei Semester in ein fremdes Land zu verabschieden erfordert Mut und ein wenig Fleiß. Diese Erfahrung machte auch Tim Binder. Nach anfänglichen Zögern während seiner Bachelorzeit entschied er sich im Master dafür, das Land zu verlassen.

Weniger Aufwand als gedacht

Der 26-jährige Binder studiert den Master Digital Business Management an der HAW Kiel. An seine Einführungsveranstaltung erinnert er sich noch genau: „Uns wurde gesagt: Wenn wir ins Ausland wollen, müssen wir uns jetzt darum kümmern.“ Denn im Master bietet sich dafür besonders das zweite Semester an. Viel Zeit zum Überlegen blieb ihm also nicht. Für Binder stand deshalb schnell fest: Er möchte die Chance nutzen. Im Bachelor hatte er sich noch dagegen entschieden. „Ich dachte ehrlich gesagt, der Aufwand sei riesig – das hat mich abgeschreckt“, erzählt der gebürtige Kieler. Heute sieht er das anders: „Natürlich muss man einiges an Papierkram bewältigen und ein paar Sachen organisieren, aber es hält sich in Grenzen. Außerdem unterstützt einen das International Office der HAW Kiel sehr gut.“

 

Studieren in der Ferienunterkunft des Papstes

Die größte Herausforderung war für Binder nicht die Anmeldung zum Erasmus-Programm, sondern die Wohnungssuche. Über eine verifizierte Plattform fand er schließlich ein Zimmer in einem Reihenhaus außerhalb des Stadtzentrums. Zwar dauerte die Fahrt in die Innenstadt oft rund eine Stunde, zur LINK Campus University war der Weg dafür kurz. „Das war mir wichtig“, betont Binder. Schon am ersten Tag war er von seiner Gasthochschule begeistert: „Der Campus war wirklich beeindruckend.“ Kein Wunder: Das historische Gebäude diente im 16. Jahrhundert als Sommerresidenz von Papst Pius V.

 

Ein bisschen italienische Gelassenheit

Nicht nur der baulich unterschied sich die LINK University von der HAW Kiel – auch der Studienalltag war ein anderer. Die Vorlesungen begannen deutlich später. „Ich konnte oft bis halb zehn schlafen“, erzählt Binder. Und selbst dann kamen die Professor*innen nicht immer pünktlich. „Ich – typisch deutsch – war oft der Erste im Hörsaal“, erinnert er sich schmunzelnd. „In Italien gehören ein paar Minuten Verspätung einfach dazu“, meint er. Genau diese Gelassenheit möchte er sich auch für seinen Alltag in Kiel bewahren. Seine freie Zeit in Italien nutzte Binder, um mit anderen Erasmus-Studierenden Florenz, Neapel, Sizilien und die Amalfiküste zu entdecken.

 

Mehr über sich selbst gelernt

Neben mehr Gelassenheit hat Binder vor allem eines mit nach Hause genommen: einen neuen Blick auf sich selbst. „Ich bin auf jeden Fall selbstbewusster geworden“, sagt er. Gleichzeitig habe ihm das Auslandssemester geholfen, die eigenen Stärken, aber auch persönliche Schwächen besser zu erkennen. „Man merkt erst in einer neuen Umgebung, wie man vorher manchmal drauf war“, erzählt er. Sein Fazit fällt deshalb eindeutig aus: „Es hat sich voll gelohnt – ich würde es jederzeit jedem empfehlen.“

 

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