Von nachhaltiger Energiegewinnung bis hin zu cleveren Alltagshilfen: Das diesjährige Finale der StartUp Challenge SH an der HAW Kiel war vielseitig. Heute, 27. Februar 2026, pitchten 16 Schüler*innen-Teams von Beruflichen Schulen ihre Geschäftsideen vor einer Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Das Team Leoguard vom RBZ Steinburg gewann die diesjährige StartUp Challenge SH. Die Schüler*innen entwickelten ein smartes Trainingsshirt, welches in Echtzeit wichtige Vitaldaten erfasst sowie Belastung und Leistung analysiert. Das Shirt soll beim Sport bei gesundheitlichen Problemen warnen. „Kein Spiel ist so wichtig wie ein Leben“, sagt Linnea Meinert und erinnert damit an das Schicksal des Fußballspielers Christian Eriksen an. Der dänische Nationalspieler erlitt während der Europameisterschaft 2021 auf dem Spielfeld einen Herzstillstand. Dieses Ereignis zeigte, wie schnell im Sport gesundheitliche Risiken auftreten können. Für ihre Geschäftsidee erhielten sie von den Volksbanken Raiffeisenbanken ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.
Den zweiten Platz erreichte das Team Field Ray vom BBZ Heide mit seiner Idee, Röntgentechnik zu nutzen, um Fremdmetalle in landwirtschaftlichen Häckslern frühzeitig zu erkennen und so teure Maschinenschäden zu vermeiden. Platz drei belegte das Team reloop vom BBZ Schleswig; sie präsentierten wiederverwendbare Versandtaschen. Die robusten Taschen können – wie in einem Pfandsystem – mehrfach genutzt werden und bieten eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Verpackungen. Die Plätze zwei und drei sind mit 2.000 beziehungsweise 1.000 Euro dotiert.

Die Bandbreite der Ideen der Berufsschüler*innen war groß. Mit dem Safe Cup wollen sie für mehr Sicherheit beim Ausgehen sorgen – der innovative Becher warnt mithilfe von Sensorik vor gefährlichen Substanzen im Getränk. Die App SideQuest wiederum verwandelt reale Aufgaben in kurze Missionen und Quests, die zu Bewegung, Lernen und nachhaltigem Verhalten motivieren. Mit EcoPilot entwickelte ein Team eine KI-gestützte Plattform, die Unternehmen hilft, Energie effizienter zu nutzen, Kosten zu senken und den CO₂-Ausstoß zu verringern.
Björn Christensen, Präsident der HAW Kiel und Mitglied der Jury, sagte: „Das Finale der StartUp Challenge zeigt jedes Jahr aufs Neue, mit wie viel Kreativität und Professionalität die Teams ihre Ideen vorantreiben. Es ist beeindruckend zu sehen, wie aus ersten Konzepten umsetzbare Geschäftsmodelle entstehen.“
Zum ersten Mal in der Jury dabei war Susann Dreßler, Leiterin IB.SH Europa und Förderlotsen. „Wenn wir unternehmerisches Denken früh fördern, dann schafft das Mut, Verantwortung und Innovationsfreude. Genau diese Haltung brauchen wir in Schleswig-Holstein“, so Dreßler. „Ich engagiere mich in der Jury, um junge Menschen in ihren Ideen zu bestärken. Die StartUp Challenge setzt ein starkes Signal und macht sichtbar, welche Möglichkeiten unser Land bietet.“

Auch Jörn Krüger, Direktor des Mitveranstalters Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB), hob den Einsatz der Schüler*innen und Lehrkräfte hervor: „Wir haben heute wieder großartige Ideen von Schüler*innen gesehen, die unter fachkundiger Anleitung unserer sehr engagierten Lehrkräfte zu elaborierten Geschäftsmodellen entwickelt wurden.“ Krüger nutzte er die Gelegenheit, um dem Ideengeber und langjährigen Landeskoordinator Bernd Krohn zu danken: „Er hat das Gemeinschaftsprojekt zwischen HAW Kiel und SHIBB mit großem Engagement aufgebaut und über viele Jahre – auch über das Pensionsalter hinaus – erfolgreich betreut.“
Mit Carina Lorenzen hat nun seine Nachfolgerin die landesweite Koordination übernommen. Sie betonte den Mehrwert, den die StartUp Challenge SH für die Schulen bietet: „Ich möchte, dass alle Schulen erkennen, wie wertvoll die StartUp Challenge SH für unsere Jugendlichen ist. Sie lernen nicht nur, wie man einen Businessplan erstellt, sondern erleben auch, was es bedeutet, Ideen in die Tat umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen – eine echte Vorbereitung auf die Zukunft.“
Hintergrund StartUp Challenge
Die StartUp Challenge SH schlägt eine Brücke zwischen berufsbildenden Schulen und regionalen Gründungszentren. Ihren Ursprung hat sie am Regionalen Berufsbildungszentrum Steinburg in Itzehoe, dort ist der Wettbewerb seit über zehn Jahren Teil der Entrepreneurship Education. Seit 2021 wird der Wettbewerb von der HAW Kiel und dem SHIBB landesweit für alle berufsbildenden Schulen angeboten. Das SHIBB stellt hierfür eine Lehrkraft als Landeskoordinator*in der StartUp Challenge ab. Hauptsponsor sind die Volksbanken Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein. Die Anzahl der teilnehmenden Beruflichen Schulen bzw. Regionalen Berufsbildungszentren ist seitdem von vier auf 16 gestiegen.
Weitere Informationen zur StartUp Challenge SH, zu Teilnahmebedingungen, Sponsor*innen, Kooperationspartner*innen und Terminen finden Sie unter: https://startup-challenge-sh.de.


