Christopher Ramm lächelt in die Kamera.© J. Reimers
Seit Juni ist Christopher Ramm Teil des Hausmeisterteams an der HAW Kiel.

Problemlöser mit Werkzeugkasten

von Johna Marie Reimers

Der erste Rundgang

Wenn Christopher Ramm seinen Arbeitstag gegen 6.30 Uhr beginnt, schläft der Campus meist noch. Häufig macht er als erstes einen Rundgang durch das Kleine Hörsaalgebäude (C08), das Audimax (C18) sowie das Große Hörsaalgebäude (C02) und C22 – All das fällt in seinen Verantwortungsbereich. „Morgens ist es besonders ruhig“, erzählt er. „Wenn man über den menschenleeren Campus geht und nur die Vögel zwitschern hört, beginnt der Tag wunderbar.“ Auf seinem Rundgang hält Ramm alle Mängel fest, die ihm auffallen. Anschließend geht es in sein Büro – viel mehr als ein Schreibtisch, ein Regal und einige Materialien finden dort allerdings keinen Platz. „Für mich reicht das“, sagt er. Von hier aus plant er seinen Tag und entscheidet selbst, welche Aufgaben Priorität haben: „Kleinere Reparaturen wie eine klemmende Tür kann ich auch während des Semesters erledigen. Für größere Arbeiten muss ich auf die Semesterferien warten.“ Aktuell kümmert sich Ramm unter anderem um die Klapptische im Hörsaal 03. „Noch hängen einige durch“, erklärt er „aber bald finden hier Prüfungen statt. Da möchte ich, dass die Studierenden gut arbeiten können.“

 

(Fast) Wie im Actionfilm

Noch vor wenigen Monaten sah der Arbeitsalltag von Christopher Ramm ganz anders aus. Zwar suchte er als Ethical Hacker ebenfalls nach Schwachstellen, nutzte diese aber zunächst, um Unternehmen und deren Mitarbeitende auf die Probe zu stellen. „Ich habe Betriebe auf ihre Sicherheit geprüft“, erklärt er. „Mein Ziel war es, in ihre Gebäude einzudringen und an Informationen zu gelangen.“ Was nach einem Actionfilm klingt, gehörte für Ramm zum Berufsalltag. „Manchmal war der einfachste Weg der über den Zaun“, erzählt er mit einem verlegenen Lachen. Anschließend galt es, unauffällig zu bleiben. „Ich habe mich als Internetanbieter oder Handwerker ausgegeben, um beispielsweise Zugang zu Serverräumen zu bekommen.“ Die Erfolgsquote war hoch. „Ob Kleinunternehmen oder Konzern – es gab kaum Situationen, in denen ich aufgeflogen bin.“ Aber er handelte natürlich stets im Auftrag der Unternehmen. Sein Arbeitgeber wurde von der jeweiligen Geschäftsführung beauftragt, Sicherheitslücken aufzudecken. Anschließend erklärte Ramm den Mitarbeitenden, wie die Angriffe funktioniert hatten und schulte sie, wie sie sich künftig besser schützen können. „Doch schließlich war ich bereit für etwas Neues“, sagt er.

 

Zurück ins Handwerk

Der Wechsel vom Ethical Hacker zum Hausmeister wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich ist aber eine Rückkehr zu seinen beruflichen Wurzeln. Nach der Schule hat Ramm eine handwerkliche Ausbildung absolviert. Er ist gelernter Industriemechaniker. Als er auf die Stellenausschreibung der HAW Kiel stieß, war sein Interesse sofort geweckt. „Schon die Aufgabenbeschreibung klang unglaublich abwechslungsreich.“ Auch die Idee, für eine wissenschaftliche Institution zu arbeiten gefiel ihm. Nach einem ersten Bewerbungsgespräch nahm sich Abteilungsleiter Uwe Bothe die Zeit, Ramm die Gebäude genau zu zeigen. „Es war ihm wichtig, dass ich weiß, worauf ich mich einlasse und mir den Job wirklich zutraue.“ Für Ramm stand danach fest: „Das passt.“

 

Christopher Ramm telefoniert. Im Hintergund ist der Sokratesplatz.©J. Reimers
Immer auf Abruf: Ramm löst die handwerklichen Probleme auf dem Campus.

Kein Tag wie der andere

Das Versprechen der Stellenausschreibung hat sich erfüllt. „Kein Tag ist wie der andere“, sagt Ramm. Mal arbeitet er stundenlang an einem Projekt, hört dabei Radio und freut sich, wenn er am Ende des Tages sieht, was er geschafft hat. Im nächsten Moment klingelt das Telefon und irgendwo auf dem Campus wartet schon die nächste Aufgabe. „Dann bin ich sofort bereit“, sagt er. Besonders schätzt Ramm die Mischung aus handwerklicher Arbeit und dem Kontakt zu den Menschen auf dem Campus. „Alle sind unglaublich dankbar, wenn ich helfen kann“, erzählt er. Künftig möchte er nicht nur bei technischen Problemen unterstützen, denn bald absolviert er eine Weiterbildung zum psychologischen Ersthelfer. „Ob eine kaputte Tür, Sorgen im Studienalltag oder einfach jemand zum Reden“, setzt Ramm an, „die Menschen auf dem Campus können jederzeit und mit allem auf mich zukommen.“

 

Defekte oder Auffälligkeiten im Kleinen Hörsaalgebäude (C08), im Audimax (C18), im Großen Hörsaalgebäude (C02) oder in C22 können direkt an Christopher Ramm gemeldet werden.

Telefon: +49 431 210-1719
E-Mail: christopher.ramm@haw-kiel.de

 Hast du Mängel auf dem restlichen Campus gefunden? Dann schreibe eine Mail an: hausdienste@haw-kiel.de

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