Eine Frau© M. Hanke
Doktorandin Joanne Perkins forscht im Projekt SalYsAse.

Mit der HAW Kiel zur Promotion

von Joachim Kläschen

Während des Studiums zu spüren, das richtige Fach gewählt zu haben, ist eine großartige Erfahrung. Wer vom Wissen nicht genug bekommen kann und sich für das wissenschaftliche Arbeiten begeistert, kann heute leichter als früher eine entsprechende Karriere einschlagen. Dabei unterstützt Interessierte das Promotionskolleg Schleswig-Holstein (PKSH) an der HAW Kiel.

„Früher mussten unsere Studierenden zum Promovieren meistens an eine Universität wechseln“, erklärt Dr. Susanne Czech die Hintergründe. „Im Jahr 2017 wurde das Promotionskolleg Schleswig-Holstein gegründet, seit 2025 kann man in diesem Rahmen auch an HAWs promovieren“, führt die Leiterin der Geschäftsstelle des Kollegs an der HAW aus. „Voraussetzung ist allerdings, dass die Promotion von zwei Professor*innen betreut wird, die in den Forschungsteams des PKSH vertreten sind, und die Begutachtung der Arbeit unabhängig davon erfolgt“, so Czech weiter.

Czech berät Promotionsinteressierte aller am Kolleg beteiligten Hochschulen. „Manchmal kommen Interessierte schon mit einer konkreten Betreuungsidee zu mir, manchmal versuche ich den Kontakt zu vermitteln. Besonders ist an diesem Kolleg, dass auch HAW-Professor*innen die Erstbetreuung übernehmen können“, erklärt Czech eine wertvolle Eigenart. „Nach der Annahme als Doktorand*in am PKSH durch den Promotionsausschuss erfolgt die eigentliche Arbeit an der Dissertation. Am Ende steht die Zulassung zum Promotionsprüfungsverfahren, die Begutachtung der Dissertation, die Durchführung der Disputation sowie der Abschluss des Verfahrens mit der Aushändigung der Promotionsurkunde“, skizziert Czech in knappen Worten den Weg.

Eine der Kollegiatinnen, denen Czech mit dem Promotionskolleg den Weg in die wissenschaftliche Karriere geebnet hat, ist Joanne Perkins. „Nach dem Abi habe ich zunächst eine Ausbildung begonnen. Die hat mir Spaß gemacht und fiel mir leicht“, erzählt die junge Frau. „Wegen meiner guten Leistungen bin ich angesprochen worden, ob ich nicht studieren wolle. Diesen Weg war in meiner Familie noch keiner gegangen, daher hatte ich das vorher nicht in Erwägung gezogen“, lacht Perkins.

Aufgrund ihrer Vorkenntnisse fällt ihr der Einstieg in das Studium leicht. Besonders begeistert ist die Chemielaborantin im Bachelor an der Hochschule Esslingen vom praktischen Bezug: „In meinem Dualen Studium habe ich immer wieder Antworten auf konkrete Fragen finden müssen. Das hat mich sehr motiviert.“ Nach dem Bachelor war der Master für Perkins die logische Konsequenz. Das Angebot, ihre Masterarbeit an der Technical University of Denmark (DTU) in Kopenhagen zu schreiben, nahm sie an und sie begeisterte sich dabei für das wissenschaftliche Arbeiten – und für eine Promotion.

„Ein komplettes Forschungsprojekt von Anfang bis Ende durchzuführen, wurde zu meinem großen Ziel“, erinnert sich die Doktorandin. Dr. Jana Schloesser, Professorin für Werkstofftechnik am Fachbereich Maschinenwesen der HAW Kiel, die Perkins auf der Suche nach einem geeigneten Thema für eine Promotion kennengelernt hatte, bestärkte sie in ihrer Entscheidung. „Als ich mich an der HAW umgesehen hatte, hatte ich ein gutes Gefühl. Zufällig stellte Susanne Czech bei meinem Besuch in Kiel auch das PKSH vor“, erzählt Perkins.

„Susanne Czech vom PKSH ist eine große Hilfe, weil sie immer erreichbar ist und mir immer gleich Antworten auf alle organisatorischen Fragen geben konnte. Alleine hätte mich die Recherche viel Zeit gekostet und eine Unsicherheit wäre geblieben“, freut sich die Doktorandin. „Auch der Austausch unter den Doktorandinnen und Doktoranden ist für mich sehr hilfreich. Es entsteht ein wertvolles Netzwerk, in dem man sich zwanglos austauschen kann. Für mich ist der Weg zur Promotion über das PKSH der richtige und ich kann allen, die sich für eine Promotion interessieren, nur raten, früh Kontakt mit dem PKSH aufzunehmen“, bilanziert Perkins.

Mittlerweile forscht die Doktorandin im Projekt SalYsAse. „Zusammen mit dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und der Element22 GmbH suchen wir neue technologische Ansätze zur Herstellung von Wasserstoff. Aus Meerwasser soll mittels Elektrolyse und Biokatalysatoren möglichst effektiv Wasserstoff gewonnen werden. Er ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und kann sowohl als Energiespeicher als auch umweltfreundlicher Treibstoff dienen“, fasst Perkins das Projekt zusammen.

Um die Möglichkeiten, die das Promotionskolleg Schleswig-Holstein an einer wissenschaftlichen Karriere interessierten Master-Studentinnen und -Studenten der HAW Kiel bietet, plant Susanne Czech gegenwärtig eine Info-Veranstaltung, die am 23. März 2026 in Präsenz an der Hochschule Flensburg stattfindet und per Zoom an alle beteiligten Hochschulen übertragen wird. Die Zugangsdaten werden auf der Seite des Promotionskollegs Schleswig-Holstein veröffentlicht.

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