Eine Gruppe Menschen.© A. Prevost
Für zwei Wochen begrüßte die HAW Kiel Studierende von drei verschiedenen Kontinenten auf dem Campus.

Drei Kontinente auf dem Campus

von Anna-Lene Genz

An diesem Montag im Juni ist der Himmel  – wie so oft in Kiel – grau und es ist windig. Trotzdem hat sich auf dem Dach des Gebäudes C3 eine kleine Gruppe versammelt. HAW-Vizepräsident Tobias Hochscherf zeigt auf die Kieler Förde und gibt einen Überblick über die Stadt. Sieben Studierende hören ihm zu und blicken gespannt auf ihre neue Heimat für die nächsten zwei Wochen. Ihre Hochschulen liegen jeweils tausende Kilometer entfernt, doch für zwei Wochen führt sie ein gemeinsames Ziel in die Landeshauptstadt: die erste Summer School der HAW Kiel. 

Im Zentrum der Summer School „Future Media Makers“ steht die Vermittlung von Medienkompetenz sowie grundlegender Fähigkeiten in der Medienproduktion und digitalen Kommunikation. Weiter soll die Summer School den internationalen Austausch fördern und Studierenden einen Einblick in Studium und Campusleben an der HAW Kiel eröffnen. Möglich gemacht wurde dies durch das International Office der HAW Kiel, welches die Veranstaltung gemeinsam mit Dozierenden aus dem Fachbereich Medien organisiert hat. Für alle Teilnehmenden ist Kiel zu diesem Zeitpunkt noch eine unbekannte Stadt. Für einige bedeutet die Summer School den ersten Aufenthalt in Deutschland oder sogar in Europa.

Eine Gruppe Menschen.©A. Prevost
Zu Besuch bei der Tagesschau: Die Studierenden nahmen einen Blick hinter die Kulissen des Studios in Hamburg.

Um den Studierenden den Fachbereich Medien auf spannende Art und Weise näher zu bringen, entstand unter der akademischen Leitung von Prof. Dr. Christian Möller ein vielfältiger Stundenplan. Zu den Highlights gehörten Impuls-Podcasting und eine Radioshow. Diese mussten die Teilnehmenden selbst konzipieren und live ausstrahlen. Die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung kam bei den Teilnehmenden gut an. So sagte Studentin Tania Vavrochova von der Karls-Universität in Prag: „Das Programm bot eine hervorragende Balance zwischen Vorlesungen und praktischen Erfahrungen. Die Radiosendung hat mir besonders gut gefallen.“ 

Besonders groß war die Spannung vor dem Besuch des tagesschau-Studios in Hamburg. Plötzlich standen die Studierenden dort, wo sonst bekannte Nachrichtensprecher*innen die wichtigsten Meldungen des Tages präsentieren. Für einige dürfte der Blick hinter die Kulissen mindestens genauso interessant gewesen sein wie die Frage, wie viel von der berühmten Studiokulisse eigentlich im Fernsehen zu sehen ist.

Neben dem fachlichen Programm blieb auch Zeit, Kiel und Umgebung kennenzulernen. Nach dem Unterricht ging es vom Seminarraum direkt ins Freizeitleben: Die Gruppe stellte sich im Escape-Room schwierigen Rätseln, kämpfte beim Bowling um die meisten Strikes oder machte sich auf den Weg nach Laboe. Dort wurden Fischbrötchen probiert und das Marinedenkmal besichtigt. Besonders mutige Studierende wagten sich sogar in die kalte Kieler Förde. „Das Programm hat mir sehr gut gefallen. Dank der vielfältigen Aktivitäten wurde es nie langweilig“, resümierte Student Josh Matheson von der Caledonian University in Glasgow.  

Eine Gruppe Menschen.©A. Prevost
Bei einem Ausflug nach Laboe erkundeten die Studierenden die Kieler Förde.

Den Schlusspunkt des Programms bildete eine Abschlusszeremonie, bei der die Teilnehmenden ihre während der Summer School entstandenen Videos präsentierten. Die Gestaltung war dabei weitgehend ihnen selbst überlassen: Die meisten entschieden sich dafür, ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse aus zwei Wochen in Kiel filmisch festzuhalten. So entstanden ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Summer School und das Leben in Kiel. Anschließend erhielten die Studierenden von den Mitarbeitenden des International Office ihre Teilnahmezertifikate und ließen den Abend gemeinsam ausklingen.

Über Mitmach-Medien und  Fischbrötchen entstanden zahlreiche neue Freundschaften. Studentin Olivia Parker von der Troy University in den USA wird die Menschen, die sie getroffen hat, noch lange in Erinnerung behalten: „An alle, die noch zögern… sagt einfach ‚Ja’ zu einem Aufenthalt in einem anderen Land!“ Dem schließt sich Teilnehmerin Mouna Khadir aus Algerien an: „Ich würde mich sehr darüber freuen, als Studentin an die HAW Kiel zurückzugehen.“ Studentin Courtney Thomson von der Caledonian University in Glasgow lobte die Atmosphäre: „Meine Zeit an der HAW Kiel war wie eine herzliche Umarmung. Alle waren so freundlich und überaus hilfsbereit. Ich hätte Kiel gerne schon früher entdeckt.“

Vielleicht war der Blick auf die Förde am ersten Tag also tatsächlich ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Summer School bewirken sollte: eine neue Perspektive auf einen Ort, den man vorher noch nicht kannte. Während das International Office bereits an den Planungen für die nächste Summer School im Jahr 2027 arbeitet, hieß es für die Teilnehmenden Abschied nehmen. Ihr Zuhause auf Zeit verlassen sie mit neuen Freundschaften und vielen Erinnerungen an Kiel im Gepäck.

© Fachhochschule Kiel